21.10.2026: Besuch aus Malawi in Leverkusen Bürrig
Im Vorfeld des International Environmental Council (IEC)
oder des Internationalen Umweltratschlag
vom 23.10 bis zum 25.10 2026 in Stuttgart
sind schon internationale Teilnehmer in Deutschland angekommen.
Am Mittwoch, den 21. Oktober kommt ein Teilnehmer aus Malawi
von der Umweltorganisation Movement for Environmental Action (MEA) nach Bürrig
um sich zusammen mit Mitgliedern des „Umweltbündnis Gute Luft – Schluss mit der Giftmüllverbrennung“
den Neuland-Park, eine ehemalige Giftmülldeponie, und die Giftmüllverbrennungsanlage in Leverkusen Bürrig anzuschauen, bevor er zum IEC nach Stuttgart fährt.
Wer mit dabei sein möchte kann sich gerne über die Email-Adresse „umweltgewerkschaft-koeln-lev@posteo.de“ anmelden, der Treffpunkt wird dann mitgeteilt. Noch schöner ist es an der Konferenz in Stuttgart teilzunehmen. https://www.linksdiagonal.de/2026/10/18/trailer-internationaler-umweltratschlag-2026/
Anmeldung: https://umweltstrategiekonferenz.org/
Worum es geht:
Am 27. Juli 2026 jährte sich zum 5. Mal das gewaltige Explosionsereignis im Entsorgungszentrum des Chemieparks Leverkusen, nachdem sich unzulässig gelagerte Chemikalien in einer Tankanlage selbst entzündet hatten.
Die giftigen Rauchwolken zogen weit bis ins Ruhrgebiet hinein.
Der Brand konnte erst nach vielen Stunden gelöscht werden.
Dem Brand fielen 7 Mitarbeiter zum Opfer, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Kurz vor dem 5. Jahrestag des Explosionsereignisses an der Giftmüllverbrennungsanlage in Leverkusen-Bürrig teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Dortmund mit, dass sie das strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen 4 Mitarbeiter wie auch den Betreiber des Entsorgungszentrums und der Giftmüllverbrennungsanlage, Currenta, gegen ein Bußgeld in Höhe von 1,9 Millionen Euro zulasten von Currenta eingestellt habe.
Eigentümer von Currenta ist seit dem Jahr 2019 ein australischer Finanzinvestor.
Auch die Einleitung von kontaminiertem Löschwasser mit 60 bis 70 Kilogramm des Insektengiftes Clothianidin, fluorierten Verbindungen (PFAS beziehungsweise PFT) und anderen noch unbekannten Stoffen über mehrere Wochen in den Rhein, blieben, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ( BUND ) ermittelt hat, bislang folgenlos.
Reinigungsanlagen wie Aktivkohlefilter will Currenta bislang nicht einsetzen.
Betroffene Anwohnerinnen und Bürgerinitiativen hatten sich nach dem Explosionsereignis in Leverkusen gegen eine Wiederinbetriebnahme der Giftmüllverbrennungsanlage ausgesprochen, da sie im Laufe der Jahre viel zu dicht an bestehende Wohngebiete herangerückt sei.
Die Giftmüllverbrennungsanlage in Leverkusen läuft somit 5 Jahre nach der verheerenden Explosion fast wie zuvor, weil die Verbrennung von Giftmüll aus vielen Ländern der Welt offensichtlich für den Finanzinvestor eine lukrative Einnahmequelle ist und die von Currenta betriebenen Chemieparks scheinbar nicht willens und/oder in der Lage sind ihre Produktion auf die Vermeidung von giftigen Abfallstoffen umzustellen.
Seit mehreren Jahren arbeiten wir in Leverkusen immer enger in einem Umwelt-Bündnis verschiedener Organisationen und Initiativen zusammen. Dazu gehören die Klimaliste Leverkusen, die Parents for Future Leverkusen, die Umweltgewerkschaft Köln-Leverkusen und Düsseldorf, die Coordination gegen Bayer-Gefahren, die MLPD und die Linke Leverkusen.
Bei unserer auch in der Presse beachteten Gedenk- und Protestveranstaltung zum 5. Jahrestag des Explosionsunglücks haben die beteiligten Organisationen des Umweltbündnisses das unverantwortliche Profitstreben von Bayer, Currenta & Co in den Mittelpunkt gestellt. Musikalisch wurde die würdige Veranstaltung umrahmt von der „Gehörwäsche“ aus Köln und einer türkischen Kollegin aus Leverkusen.
Wir bereiten derzeit den internationalen Umweltkampftag im November gemeinsam vor.
Wir halten diesen Weg der Umwelt-Bündnisse mit klarer Zielsetzung gegen die Verursacher für eine wichtige Strategie, die ausgebaut werden sollte. Vor allem muss sie noch stärker verbunden werden mit der Arbeiterbewegung.


