Genusssucht und Wissbegierde
„Auch mir gefällt es, wenn alle klugen Menschen meiner Ansicht sind, und alle dummen und unmoralischen Menschen die gegenteilige Ansicht haben. Meine Wißbegierde ist jedoch größer als meine Genußsucht.
Wenn es um Ideen geht – nicht beim Zahnarzt, aber wir alle haben eben unsere Grenzen.“
Lars Gustafsson in einem offenen Briefwechsel mit Jan Myrdal. (Die unnötige Gegenwart, Unterhaltungen über die Zukunft der Geschichte, Hanser Verlag 1975, Rezension: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.1975
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03:57
In den 1980er Jahren hatte ich an der Uni Köln einen Schwedisch-Kurs belegt, und fand das Buch „Die unnötige Gegenwart“ zuerst in der Bibliothek der Skandinavistik im schwedischen Original vor: „Den onödiga Samtiden“:
http://www.karnevalforlag.se/bocker/den-onodiga-samtiden
Ein bißchen habe ich damit ein wenig Schwedisch gelernt. Erst später hatte ich die deutsche Übersetzung (1975) in einem Antiquaritat erstanden. Es ist wohl nur ein einziges Mal in Deutschland aufgelegt worden. In Schweden gibt es aber bis zum heutigen Tag immer wieder Neuauflagen dieses Buches, wie ich gerade sehe. Dieser Satz über die Wißbegierde hatte mich damals berührt, und hat auch heute wieder eine Bedeutung. Wenn zum Beispiel jemand über die Umweltgewerkschaft Verfassungssch(m)utzberichte schreibt, und auf meinen Vorschlag sich doch erst mal zu informieren antwortet: „Ich muss mich nicht informieren, ich weiß doch dass…“. Die Wißbegierde scheint bei solchen Menschen kaum ausgeprägt zu sein.
Für die Wißbegierigen aber z.B. dieser Link: http://www.umweltgewerkschaft.org/
Olaf Swillus