Dokumentarfilm über Fritz Bauer

Ein Bericht von Olaf Swillus

Ein sehr bewegender Film

Ich folgte einer Einladung nach Gelsenkirchen. Bin allein von Essen aus dorthin gefahren, und bedauere nun, dass ich nicht mehr Werbung dafür gemacht hatte.

Ein Film, den ich jedem empfehle, der sich für die mangelnde Bereitwilligkeit, sich mit der Nazivergangenheit Deutschlands auseinander zu setzen, interessiert.

Der Fall Achenbach in Essen zeigt wie wichtig dieser Film gerade heute noch ist.

In einem Leserbrief nimmt der Sohn seinen Vater Ernst Achenbach vor dem Vorwurf in Schutz an Deportationen im dritten Reich mitgewirkt zu haben. Hanno Achenbach führt als Beweis der Unschuld seines Vaters an, dass Ernst Achenbach, juristisch nicht belangt worden ist.

Der Film über Fritz Bauer zeigt jedoch wie schwach dieses Argument ist, ist es doch gerade die Justiz, die bei der Aufarbeitung oft versagt hat: Fritz Bauer, der ehemalige Generalstaatsanwalt, wird als Ausnahme gezeigt, der es schwer hat, und selbst wegen seinens Willens zur Aufklärung bedroht wurde. Ein warmherziger Mensch mit humanistischen Überzeugungen, dem es um Aufklärung, weniger um Bestrafung ging. Eine Anektote wird in dem Film erzählt, wo er als Staatsanwalt vergessen hatte das Strafmaß zu beantragen, weil ihm offenbar das andere, die Rehabliltierung der Opfer viel wichtiger war.

Hanno Achenbachs Belege der Unschuld seines Vaters sind tatsächlich Belege des Versagens der Justiz, die auf diesem Auge lange Zeit blind war und es heute noch teilweise ist. Die Gesetzgebung tat ein übriges: aus Mord-Tatbestände wurden Totschlags-Tatbestände, und Verjährungsfristen führten schließlich zur Einstellung von Verfahren.


Immerhin wird sogar auf der Website der Naumann-Stiftung über Ernst Achenbach geschrieben:

„Der promovierte Jurist war ab 1936 im Auswärtigen Amt tätig gewesen, von 1940 bis 1943 als rechte Hand des deutschen Botschafters im besetzten Frankreich und dabei auch in Judendeportationen verwickelt.“

Filmtrailer

Mehr dazu: fritz-bauer-film.de

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