Muss nur noch schnell die Welt retten … / AVAAZ

aus der Zeitschrift Courage 3/2012

„AVAAZ schließt die Lücke zwischen der Welt, die wir haben und der Welt, die wir uns wünschen – eine Kampagne nach der anderen“. (Homepage)

Mit der Internet-Plattform AVAAZ kannst du mit einem Mausklick zur Verbesserung der Welt beitragen. Zur Rettung des Planeten, der Delfine, der Kinder in Syrien, der von Steinigung bedrohten Frauen, des Weltfriedens, der Armen. Aktuell sind es „noch 46 Stunden zur Rettung der Ozeane“. Dazu müssen nur Millionen Mausklicks weltweit getätigt werden. Selber denken ist unnötig, Hintergrundwissen auch.
AVAAZ weiß, wo es brennt und was zu tun ist. Die Mausklick-Kampagnen werden dir direkt auf deinen PC geschickt.
Zwischen Aufstehe’n und Frühstück, auf dem Sofa oder bei einer Party – überall kannst du in Sekundenschnelle „Gutes tun“. So einfach ist das. Ich habe selbst eine Zeitlang mitgemacht und Emails weitergeschickt, bis mich eine Rückmail erreichte mit der kritischen Frage, ob ich eigentlich wüsste, wer AVAAZ ist und was ich denn mit solchen
Aktionen erreichen wolle? Mit einigen Frauen unserer Courage-Gruppe recherchierten wir:

Was ist AVAAZ ?

Gegründet Anfang 2007 als Kind der US-Organisation „Res Publica“ und „MoveOn“. Die AVAAZ-Macher (dabei dreht sich vieles um Ricken Patel Geschäftsführer von AVAAZ) haben Verbindungen zur Rockefeller- und Bill Gates-Foundation, aber auch zu anderen international agierenden Polit-Organisationen wie „International Crisis Group“ (mit Al Gore, Joschka Fischer im Beirat und Volker Rühe als externer Berater – alles nicht gerade Freunde des Weltfriedens)

Was will AVAAZ?

Menschen wollen Gutes tun, also bietet man ihnen die Möglichkeit, ohne den Obrigkeiten in die Quere zu kommen – das ist die Geschäftsidee. Was aus der jeweiligen Kampagne geworden ist, erfährst du nie. Aber du hast vielleicht dein Gewissen erleichtert und deine Adresse abgegeben.

Was hat AVAAZ davon?

Ca. 14. Mio. „Mitglieder“-Daten, Einnahmen von Spendern und Sponsoren. Sogar durch Panikmache, wie vor kurzem: AVAAZ sei in Gefahr, eine Hacker- Kampagne versuche die Plattform zu zerstören, es würden Millionen Spenden der Mitglieder und ihrer Freunde gebraucht, um denen das Handwerk zu legen.

Und das „Wunder von AVAAZ“ geschah: innerhalb 1 Tages war der Angriff abgewehrt, kein Wort auf der Homepage darüber, über die Spenden schon gar nicht. Und die Kampagnen jagten sich wieder.

Wie wirbt AVAAZ.

Mit Themen, die weltweit die Menschen bewegen – immer kurz vor der Katastrophe.

Dein Mausklick und der deiner Freunde verhindert sie. Wer nicht klickt, ist schuld wenn Genitalverstümmelung an Mädchen, Steinigung von Frauen, Vergewaltigungen, Kriege weitergehen, Delfine und Bienen nicht gerettet werden, die Armut nicht aufhört und der Planet zerstört wird.

Ich war ganz schön betroffen, dass ich so was unterstützt hatte. Wir wissen und machen es doch längst besser:

Wie sollen wir die Welt verändern, wenn wir uns nicht selbst verändern, nicht selbst lernen, sie in die eigene Verantwortung zu nehmen und uns dafür zusammenschließen? Ob für das Bleiberecht unserer Courage-Frau Nicole in Essen, ob im Kampf um die Arbeitsplätze mit dem Basta-Frauenkomitee bei Opel Bochum – die Befreiung der Frau von einer Welt der Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Natur geht nur organisiert, Hand in Hand. Oder was meint ihr?
Susanne Keil, Courage Essen.

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