Dienstag, 6. Dezember 2011

Aus Anlass der Verlegung der Stolpersteine in der Stadt Essen am 5.12.2011 luden der Historische Verein für Stadt und Stift Essen e.V. und das Medienforum des Bistums Essen zu einem Podiumsgespräch ein.

Hier einige Ausschitte.

Hintergrund :

Marianne Ellenbogen, geb. Strauß

Seit 2004 werden auch in Essen Stolpersteine verlegt. Stolpersteine sind die in den Bürgersteig eingefügten Messingtafeln, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. In Essen sind bereits mehr als 200 Stolpersteine verlegt worden.

Zuletzt am 5. Dezember 2011: Da wurden 12 neue Stolpersteine vom Künstler Gunter Demnig in Essen verlegt.

Handzettel im PDF-Format (dazu auf das Bild klicken)

Erinnert wurde an Marianne Ellenbogen, geborene Strauß und ihre Familie. Während ihre Familie gefangen genommen und ermordet wurde, konnte Marianne im letzten Augenblick entkommen. Sie überlebte dank der Hilfe von Freunden.

Des Weiteren wurden Stolpersteine verlegt in Erinnerung an eine Frau, die wegen ihrer Geisteskrankheit ermordet worden ist, sowie an einen Mann, der aufgrund seiner Homosexualität ein Opfer des Nationalsozialismus wurde.

Aus Frankfurt an der Oder wird Frau Heidi Zeidler anreisen, die in Essen geboren ist. Sie wünschte sich einen Stolperstein für ihren jüdischen Großvater und für ihre Tante.

Aus Anlass der Verlegung der Stolpersteine in der Stadt Essen luden der Historische Verein für Stadt und Stift Essen e.V. und das Medienforum des Bistums Essen zu einem Podiumsgespräch ein.

Am Montag, den 5. Dezember 2011 wurden in der Ladenspelderstraße 47 in Essen-Holsterhausen neue Stolpersteine verlegt.


Marianne Ellenbogen entkam der Deportation in ein Vernichtungslager. Später fand sie Unterstützung durch den „Bund – Gemeinschaft für sozialistisches Leben“ und konnte so bis Kriegende überleben. Ihre Angehörigen wurden aber deportiert und kamen alle in den Todeslagern um. Der „Bund – Gemeinschaft für sozialistisches Leben“ entstand in den 1920er Jahren im Ruhrgebiet: einer unter vielen utopischen, linksozialistischen Zirkeln, die jugendbewegte, lebensreformerische und in diesem Fall auch Kant’sche Ideen mit sozialistischen Zielen verband. Anders als die meisten solcher Kreise hat es der „Bund“ verstanden, im Dritten Reich nicht nur seine Gruppenaktivitäten fortzusetzen, sondern auch bedeutende Hilfsaktionen durchzuführen, die einer Reihe von deutschen Juden das Leben retteten und vielen Solidarität er wies.

Weitere Informationen dazu gibt es in der Dauerausstellung des Stadtarchivs (Ernst-Schmidt-Str. 1), die allerdings nur einmal in
der Woche geöffnet ist (Mittwoch 10:00 bis 17:00 Uhr)

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