Massenproteste in Chile vor der Klimakonferenz in Santiago

Tagesschau: 24.10.2019: Seit fast einer Woche gibt es in Chile Massenproteste gegen die soziale Ungleichheit im Land. Mit seinen Zugeständnissen konnte Präsident Piñera die Bevölkerung bislang nicht besänftigen. Zehntausende Menschen beteiligten sich erneut an Kundgebungen in der Hauptstadt Santiago de Chile und in anderen Städten des Landes. Auf dem zentralen Nunoa-Platz in Santiago weigerten sich Demonstranten, nach Beginn der Ausgangssperre nach Hause zu gehen. Sie wurden von der Polizei mit Tränengas auseinandergetrieben.

Wie wirken sich die Proteste in Chile auf die bevorstehende Weltklimakonferenz in Santiago aus?
Dazu ein Beitrag aus „Aktuellhallbarhet.se“:
von Björn Anderberg, übersetzt von Olaf Swillus.

https://www.aktuellhallbarhet.se/sa-paverkar-protesterna-i-chile-de-kommande-klimatforhandlingarna/

So wirken sich die Proteste in Chile auf die bevorstehenden Klimakonferenz aus.

Bilder der Unruhen in Chile breiten sich auf der ganzen Welt aus und viele fragen sich, wie die Unruhen in Chile sich auf die bevorstehenden Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen in der Hauptstadt Santiago auswirken werden.

Aufruhr in Chiles Großstädten, Ausnahmezustand und Soldaten auf den Straßen von Santiago.

Proteste, bei denen es ursprünglich um Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr ging, haben sich zu etwas Größerem und Gefährlicherem entwickelt. Gleichzeitig ist der Klimagipfel der COP 25 in der chilenischen Hauptstadt Santiago nur noch einen Monat entfernt.

Anstatt als grünes Beispiel Südamerikas aufzutreten, müssen die Führer Chiles jetzt darum kämpfen, die Situation zu beruhigen.

Mattias Goldmann, Nachhaltigkeitsmanager bei Sweco, lebte vier Jahre um die Jahrtausendwende in Chile und wird in einem Monat in Santiago sein.

Wie wird die COP 25 von der Krise betroffen sein?

Die Demonstrationen, aber auch die Art und Weise, wie gegen sie vorgegangen wurde, geben einen Vorgeschmack darauf, was im Zusammenhang mit der COP zu erwarten ist, wenn Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen der Außenwelt zeigen wollen, welche Ungerechtigkeiten ihrer Meinung nach angegangen werden müssen. Wir bemerken auch, dass die Regierung dies bereits in ihre Berechnung einbezieht; wie können die Proteste vor und nicht während der COP behandelt werden?

Können die Proteste aus Umwelt- und Klimaperspektive verstanden werden?

Umwelt- und Sozialprobleme sind in Chile eng miteinander verbunden. Dort leben diejenigen mit dem niedrigsten Einkommen auch dort, wo die Luft und andere Lebensbedingungen am schlechtesten sind. Darüber hinaus hat die Kritik am Ausverkauf von chilenischen Rohstoffen, einschließlich der Privatisierung von Trinkwasser, sowohl eine soziale als auch eine ökologische Dimension. Die Auswirkungen eines veränderten Klimas wirken sich auf das Gefühl aus, dass die Schwächsten am härtesten getroffen werden. Die Regierung muss nachweisen, dass sie dabei auch die soziale Frage berücksichtigen kann.

Björn Anderberg
bjorn.anderberg@aktuellhallbarhet.se

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