Gregor Gysi sprach bei der gemeinsamen Sitzung der französischen Nationalversammlung und des Bundestages zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-französischen Élysée-Vertrages einige Worte zum Verhältnis der Nationen in Europa, und auch über die Vergangenheit:

und zur Vergangenheit:

Nun hat Herr Krane von der Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR) zu dem Streit um die von-Seeckt und die von-Einem-Straße in Essen in der WAZ-Essen einen Gastkommentar geschrieben, in dem er appelliert:

„Laßt uns jetzt das Gemeinsame suchen!“

Und:

„Wir müssen alle aufpassen, dass unser Stadtteil und seine Bürger nicht weiter diskreditiert werden“

Wodurch der Stadtteil und seine Bürger diskreditiert werden könnte bleibt aber offen. Auch der Vorwurf der Nestbeschmutzung wird damit noch nicht ausgesprochen, liegt aber nahe, und Kurt Tucholsky wird mit diesem Satz, den er am 10.8.1922 in einem Brief schrieb, ganz aktuell:

Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.
aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Nestbeschmutzer

Ich möchte jedenfalls, dass jeder Niederländer oder Franzose, der nach Essen zum Einkauf oder als Tourist kommt, weiß, dass es in Essen eine von Seeckt-Straße und eine von Einem-Straße gibt. Es soll in allen Touristenguides erwähnt werden.

Ich möchte nicht, dass nur wir Essener darüber streiten, sondern wir Europäer darüber sprechen, dass es einen Bericht in Radio France darüber gibt, und auch Volkskrant und Trouw darüber schreiben, so wie hier:

http://www.trouw.nl/tr/nl/5009/Archief/archief/article/detail/2599321/1997/03/07/Duitse-leger-bereidde-de-oorlog-al-sinds-1925-voor.dhtml

Es endet mit dem Satz:

Over de Wehrmacht is in Duitsland een felle discussie gaande. Volgens een reizende expositie, die inmiddels in München is neergestreken, heeft het reguliere leger zich in de tweede wereldoorlog op grote schaal schuldig gemaakt aan volkerenmoord. Extreem-rechts, maar ook de Beierse christendemocratische CSU, noemen dit beeld geschiedvervalsing.

Ins Deutsche übersetzt:

Über die Wehrmacht ist in Deutschland eine scharfe Diskussion entstanden. Nach einer Wanderausstellung, die inzwischen in München ist, hat das reguläre Heer sich im zweiten Weltkrieg in großem Ausmaß des Völkermordes schuldig gemacht. Extrem-Rechts, aber auch die Bayrische CSU nennen dieses Bild Geschichsverfälschung.

Darum geht es. Wie wir die Geschichte sehen. Die Straßenschilder sind nur ein Anlaß. Es gibt dann noch eine andere Sicht, die interessant ist. Wie erinnern Franzosen, Niederländer oder andere Menschen aus Nachbarländern diese Zeit?

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