Update: Erschienen in „Informationen zur Kommunalpolitik“ linksdiagonal.de/2012/02/20/informationen-zur-kommunalpolitik-nr-15-marz-april-2012-essen-steht-auf/


WAZ vom 15.2.2012 über die Veramstaltung am 14.2.2012 gibt nicht wieder, was gewesen ist. (geht ja auch rein zeitllich nicht, denn das Gespräch begann 19Uhr, nach Redaktionsschluss)

Gestern sprach Stephane Hessel mit Claus Leggewie auf der Bühne der Lichtburg vor vollbesetztem Haus über sein Leben, über seine Freunde, über seine Liebe zur Poesie, seine Erfahrungen in der Resistance und sein späterer Berufsweg im diplomatischen Dienst. Selbst war er nie Mitglied einer kommunistischen Partei geworden, aber er sprach voller Hochachtung über Weggefährten und Freunde, die Kommunisten waren. Auch über das Gefühl für soziale Gerechtigkeit, das Menschen in Deutschland aus der DDR gebracht haben findet bei ihm wohlwollende Erwähnung.

In der WAZ von heute wird hervorgehoben, dass Stephane Hessel sagt:

Selbst in der Resistance war Gewaltlosigkeit die bessere Methode.

Tatsächlich erzählte er, dass er Ratschläge an seine Kampfgefährten gab, wie: Macht die Zugverbindungen kaputt. Zerstört Munitionslager. Aber verschont deutsche Offiziere. Auf sie kommt es nicht an, aber ihr würdet an den Vergeltungsmaßnahmen nur leiden …

Wirklich gewaltfrei hört sich das sich nicht an. Auch in dem Wort Empörung steckt ein gehöriges Potential an Gewalt.

Wobei: Wenn etwas von einer Sprache in die andere Sprache übersetzt wird, ist es immer schwierig genau die Bedeutung zu treffen.

Das französiche Wort „l’indignation“ hat mehr von Mut als von Wut die in dem deutschen Wort „Empörung“ hervorscheint. Auch „Würde“ ist in dem französichen Wort enthalten. Claus Leggewie nahm diese sprachwissenschaftlichen Erwägungen zum Anlaß von dem diffamierend gemeinten Begriff „Wutbürger“ zu sprechen, der im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 geprägt wurde. Später wurde ja dann auch erwidert: „Mutbürger“.

Stephane Hessel ging auf das Sprachspiel von Claus Leggewie ein und stimmte zu, dass wir mehr Mut als Wut bräuchten um die Welt zu verändern.

Stephane ist Franzose aber spricht ein unglaublich klares und verständliches Deutsch, auch wenn er sich bei manchen Begriffen von Claus Leggewie helfen ließ.

Und trug am Ende nach einer Bitte des Leiters der französichen Bibliothek noch einige Gedichte vor. In englischer, deutscher und französicher Sprache.

( wird vielleicht noch fortgesetzt …, mal sehen)

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