Sonntag – Ruhetag

nach dem ersten verkaufsoffenen Sonntag im Jahr 2012 schrieb die WAZ-Essen am 5.3.2012 dazu: und zitierte einen befragten Bürger:

„Ich arbeite sechs Tage in der Woche und gehe gerne sonntags einkaufen.

Es gibt aber auch andere Stimmen:

Ich habe auch 6 Tage die Woche gearbeitet. 3-fach Schicht und immer noch die Möglichkeit gehabt, morgens, mittags oder abends einzukaufen. Sonntag gehörte ganz alleine der Familie. Wer denkt denn an die Verkäufer/innen. Sie arbeiten meist auf 400€ Basis, also auch schlechter Stundenlohn. Für mich ist der Sonntagseinkauf einfach überflüssig. Muss ich nicht.

Die, die 6 Tage die Woche arbeiten müssen, empfinden also oft genug Solidarität mit denen, die auch am siebten Tag arbeiten müßten.

Diese Stimmen kommen in der WAZ nicht vor.

Essen steht AUF, das Überparteiliche Essener Wahlbündnis für Alternative Unabhängige Fortschrittliche Kommunalpolitik hört aber dennoch solche Stimmen, und antwortete daher mit einer Pressemitteilung auf den einseitigen Zeitungsartikel:

Sonntagsöffnungen – wider einer Unkultur

„Essen steht AUF“ hat im Rat gegen die inzwischen 36 Sonntagsöffnungen in Essen gestimmt. „Nicht weil uns der Sonntag im christlichen und moralischen Sinne heilig ist wie von den Grünen vorgebracht“, stellt AUF-Ratsherr Dietrich Keil klar. „Sondern v.a. im Interesse der ArbeitnehmerInnen.“ Es sei zynisch, wenn behauptet wird, eine junge Mutter sei doch froh sonntags arbeiten zu dürfen, wenn der Partner zuhause beim Kind sein kann. „Abgesehen von den vielen allein Erziehenden – warum soll eine Verkäuferin ihre wenige freie Zeit nicht mit Kind und Partner verbringen dürfen? Sonntagsdienst müssen genug Menschen leisten, hier ist er keinesfalls zwingend.“
Keil hält es für fraglich, ob vier verkaufsoffene Sonntage pro Bezirk zu Stadtteilfesten gehören und die Unterzentren stärken. „Allenfalls aus Sicht des Einzelhandels“, ist seine Beobachtung, „nicht aus Sicht der Bürger. Sie freuen sich auf ihre besonderen Märkte oder Feste und sind oft aktiv beteiligt. Warum müssen gleichzeitig die Geschäfte ringsum offen sein wie an jedem Werktag? Was hat das Wottelfest in Heisingen, hat der historische Handwerkermarkt in Steele damit zu tun, dass ich gleichzeitig Lebensmittel kaufen kann oder Unterhosen?“
Stadtteilkultur, das Leben von Gemeinden, Schulen, Verbänden – sie brauchen den immer gleichen Rahmen geöffneter Geschäfte nicht, meint der Ratsherr. „Den braucht erklärtermaßen nur der Einzelhandel, der nicht einsehen will, dass was sonntags gekauft wird, in der Woche danach natürlich nicht mehr gekauft wird. Sonntagsöffnungen vermehren ja nicht das Einkommen der Kunden.“

Mit der Bitte um Berücksichtigung in der Berichterstattung
und freundlichen Grüßen

Dietrich Keil
Ratsherr „Essen steht AUF“

Für Rückfragen 0201-556323

Überparteiliches Essener Wahlbündnis für
Alternative Unabhängige Fortschrittliche
Kommunalpolitik
Goldschmidtstr. 3
45127 Essen
Tel. 8908210
oder 32 38 00
www.essen-steht-auf.de
e-mail: vorstand (at) essen-steht-auf.de

http://blog.swiola.de/2010/03/23/litfass-saulen-im-wandel-der-zeit/

http://blog.swiola.de/2010/01/09/kulturhauptstadter-shoppen-sonntags/

http://blog.swiola.de/2010/03/08/sonntagsshopping-in-ruttenscheid-mit-verkehrsstau-und-eine-einladung/

http://blog.swiola.de/2010/03/04/allianz-gegen-verkaufsoffenen-sonntag/

http://blog.swiola.de/2010/03/04/schweden-ohne-ladenzeitgesetz-aber-diskussionen-daruber/

http://blog.swiola.de/2010/03/01/verkaufsoffener-sonntag-in-essen-altenessen/

http://blog.swiola.de/2010/02/03/sonntagsshopping-in-essen-2010/

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