Vielseitige Redebeiträge, guter Zuspruch – darin waren sich die Teilnehmer einig.

wurde bereits auf umweltgewerkschaft.org/de/d-f/essen/ und auf https://www.rf-news.de berichtet.


Das können wir untermauern:

Uschi Gerster, Vertrauensfrau aus dem Uniklinikum, sprach über die Corona Pandemie, die Folgen für das Uniklinikum und andere Krankenhäuser, und dass trotz allem gerade Krankenhäuser im Essener Norden geschlossen werden.

Dass es nicht hundertprozentig erwiesen sei, woher der Erreger stammt, aber viele Wissenschaftler davon aus gingen, dass die Gefahr von Pandemien durch die Übertragung von infektiösen Keimen von Tieren auf den Menschen künftig eine immer größere Bedeutung haben werde.

Diese Gefahr hat ihre Ursache in der fortschreitenden Umwelt und Klimakrise, weil durch die ungebremste Vernichtung der Lebensräume die Artenvielfalt abnimmt, und durch solche gestörten Bedingungen dann neue Kontakt und Übertragungsmöglichkeiten eröffnet werden.

( Dazu zum Beispiel: https://www.pharma-fakten.de/news/details/913-pandemien-umweltzerstoerung-faellt-auf-den-menschen-zurueck/ )

Dass in dieser Situation im Essener Norden das Marienhospital geschlossen werde, und das Vincenz-Krankenhaus Ende des Jahres dicht gemacht werden soll, sei nicht nur wegen der Corona Pandemie unglaublich menschenverachtend, denn auch ohne Corona-Pandemie wird eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung gebraucht. Daher muss der Kampf um den Erhalt und der Wiedereröffnung gegen das Profitstreben im Gesundheitswesen weiter geführt werden.

Jetzt sei das Geschrei groß, dass es zu wenig Pflegepersonal gäbe, gerade auch um die vielen Corona-Erkranken auf den Intensivstationen versorgen zu können.

Im Uniklinikum und viele Beteiligte in anderen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sagen schon seit vielen Jahren, dass es zu wenig Pflegepersonal gibt.

Schon 2018 wurde elf Wochen lang für mehr Personal gestreikt. Dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. „Arbeitsplätze, Umwelt- und Gesundheitsschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden;-
wir brauchen die Arbeitsplätze und Umweltschutz für gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Susanne Keil vom Frauenverband Courage, war als Anwohnerin in Kray auch bei der BI gegen die Giftschredder aktiv, gedachte in ihrer Rede Ingrid Prüfer, der Mitbegründerin der Bürgerinitiative gegen die Giftshredder. Ingrid lebte zwischen zwei Giftshreddern und ist an Krebs gestorben.
Die große PCB-Belastung in Kray sei überwunden,
doch nun wolle sie etwas Aktuelles zur Trinkwasserfrage sagen:

Im September 2020 war zu lesen, dass der Ruhrverband befürchte, die gute Qualität des Ruhrwassers nicht aufrecht erhalten zu können, weil die stillgelegten Zechen künftig mehr Grubenwasser direkt in die Ruhr einleiten als bislang.

Susanne sagt dazu:
„Leute, schon vor vier Jahren wurde im Film von Könnes kämpft über unsere Bürgerinitiative gegen die Giftshredder in Kray belegt, dass Bergbau und Industrie schon jahrelang Ultragifte in die Seen und Flüsse im Ruhrgebiet eingeleitet haben“. Dass es da schon klar gewesen sei, wie gefährlich die Pläne der Ruhrkohle AG sind, die Zechen zu fluten. Auch wenn der Ruhrverband so tut, als wäre das eine ganz neue Sorge, sei es doch schon lange unsere Sorge.

Immerhin gab es seit den Zechenschließungen im Ruhrgebiet inzwischen schon 14 große Demonstrationen gegen die Politik der verbrannten Erde

Dabei geht es nicht um eine wenig schlechtere Wasserqualität, wie der Ruhrverband meint, sondern es geht um eine Trinkwasserkatastrophe, wenn die unter Tage eingelagerten Ultragifte sich mit dem Grund- und Trinkwasser vermischen.

Die Bürgerinitiative in Kray habe die Erfahrung gemacht, dass die industriellen Umweltverbrecher immer erst mal Bestandsschutz haben,
und offizielle Erlaubnis, uns, unsere Kinder und unsere Zukunft zu vergiften.

„Aber wir haben auch gelernt: Wer kämpft kann gewinnen. Und wir haben gewonnen hier in Kray. Nach zwanzig Jahren“

Billy von der Bürgerinitiative in Kray war der Sprecher der BI, wolle aber zur BI nicht mehr soviel soviel sagen. Das habe Susanne schon sehr schön gemacht, meinte er.

Die BI gegen den Giftschredder war nach zwanzig Jahren schließlich erfolgreich.

Viele sagen daher zu Billy, dass er das du gut gemacht habe. Billy meint aber, nein – das sei Quatsch und sagt:

„Ja. Das haben wir gut gemacht.“

„Hier an dem Platz haben wir vor fünf Jahren eine Demo organisiert mit 200 Leuten und das war erfolgreich und hat dazu geführt, dass in Kray inzwischen die Leute wieder Luft schöpfen können, weil hier war die Luft mit PCB vergiftet. – Und das haben wir weg-gekämpft und das ist gut so.“

Billy sprach dann für die MLPD, und möchte dabei auf die weltweite Situation eingehen, auf die Umweltgefährdung und Umweltvernichtung, die wir auf der Welt haben.

Ihr wisst ja dass die jährliche Uno-Klimakonferenz dieses Jahr abgesagt wurde. Aber wir sagen: es gibt kein Lockdown im Kampf um die Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft

Warum sagen wir überhaupt immer Profitwirtschaft?

Wir sagen deswegen Profitwirtschaft, weil hier die Umwelt nicht etwa von den Menschen, und wenn sie auch nur eine kleine Sünde begehen, vernichtet wird, sondern das sind die Monopole, das sind die großen Betriebe, die hier in diesem Land das Sagen haben, und denen alles zu Gefallen getan wird, und dazu zählt leider auch, dass sie die Umwelt vernichten können.

Das heißt die Lebensgrundlagen der Menschheit werden heute immer rasanter in Frage gestellt. Wir haben heute einen Mix, kann man sagen, aus Weltwirtschaft- und Finanz-Krise aus der Corona-Krise, weswegen wir hier alle mit Masken rumlaufen, und aus der globalen Umweltkrise, die keinesfalls etwa irgendwie eine Pause hat. Die Corona Pandemie wird durch die Umweltvergiftung oder unhaltbare Lebens- und Arbeitsbedingungen verschärft.

Es ist inzwischen klar, dass überall da, wo die armen Menschen wohnen, wo die Arbeiter wohnen, wo die Leute zur Arbeit gehen müssen, keine Wahl haben, Corona viel mehr zuschlägt als in anderen Gebieten.

Das heißt: Der Übergang in eine globale Umweltkatastrophe beschleunigt sich dramatisch, auch wenn wir hier stehn mit Masken. Die Regenwald-Zerstörung in Brasilien, in Indonesien, im Kongo hat 2020, also in diesem Jahr, um 150 Prozent zugenommen. Die Eisschmelze, und das Auftauen der Permafrostböden, also in Sibirien, mit gigantischer Freisetzung von CO2 und Methan, erreicht im Sommer einen neuen Höhepunkt.

Ich weiß nicht, ob ihr das mitgekriegt habt: Die Leute können da nicht mehr über ihr Land laufen, weil es Sumpf ist, die sinken ein … das war Jahrhunderte, Jahrtausende gefroren, und jetzt können sie nicht mehr über ihr Land laufen.

Von 8 Millionen Tierarten, sind bereits eine Millionen vom Aussterben in den nächsten Jahrzehnten bedroht. Ihr wisst alle, dass die Insekten schwinden, dass die Singvögel schwinden hier… all das ist eine Folge der Monopolpolitik, die die Umwelt bedroht.

Trotz teilweise Verringerung der Industrie- und Verkehrs- Emmissionen jetzt im Lockdown, erreicht der athmosphärische CO2-Gehalt, – ( CO2 ist ja das, was ganz oben in der Athmosphäre für die Erwärmung der Welt sorgt) , mit 411 Parts per Million (ppm), (das sind also Teile pro Millionen), neue Spitzenwerte. Jetzt sagt man ja: schön, es wurde beschlossen, dass die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad beschränkt werden soll. Das, muss man ehrlich sagen, ist erstens überhaupt nicht ausreichend. Diese 1,5 Grad bedeuten eine ungeheure Zunahme dieser Eisschmelze und alles das was ich gesagt habe.
Und zweitens: bereits jetzt ist gegenüber der vorindustriellen Zeit, das Klima die Klimaerwärmung um 1,22 Grad gestiegen, weltweit und im Durchschnitt. Über Land ist sie schon über 1,5 Grad.

Aber unsere Herrschenden stehen da und sagen: „Ja, das müssen wir einhalten und dann können wir die Umwelt retten“. Nein, sie ist schon am Rande des Ruins, … führt zu verheerenden Folgen:

Ich hab schon gesagt:

Abtauen der polaren Eisbildung.

Meeresspiegel-Anstieg von etwa einem Meter bis zum Jahrhundert-Ende: Leute, das ist ja gar nicht so weit weg, das ist 80 Jahre von jetzt, und die Jungen, die hier rumlaufen werden das noch erleben, ich nicht.

(dazu z.B.: https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Meeresspiegelanstieg_in_Europa )

Ein Meter! Das bedeutet Bangladesch gibt es nicht mehr, Holland in Not und was alles. Aber das wird harmlos in Kauf genommen. Ihr wisst, dass auch die Korallen-Riffe inzwischen völlig zerstört werden usw, ich will das im Einzelnen nicht sagen.

Wir von der MLPD fordern:

eine drastische und bis zu neunzigprozentige Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030!

Also in den nächsten 10 Jahren, nicht bis 2050, was sie in Berlin sagen.
Das ist ein tötlicher Irrtum, den wir bezahlen müssen.

Wir sagen:

Durchsetzung erneuerbarer Energien!

Es geht nicht, dass man immer noch Atomkraftwerke laufen lässt, dass man immer noch Kohlekraftwerke, – sogar Braunkohle, laufen lässt. Das alles zerstört das Klima.

Wir sagen:

Gegen die Ausplünderung und Vermüllung des Planeten. Gegen die Zerstörung der Wälder und der Meeresökologie!

Wir sagen:

Stilllegung aller Atomkraftwerke – weltweit!

Wir sagen:

Kampf um gesunde Arbeits- und Lebensbedingungen

Und wir sagen auch:

für Corona-Schutz in den Betrieben und Schulen! Ihr wisst ja, das ist ja schon gesagt worden, dass das zum Teil gnadenlos vernachlässigt wird.

Es ist ein Unding, dass Corona überall dort eingehalten werden soll, wo es den Alltag der Menschen betrifft, aber nicht wo es die Profite der Monopole betrifft.

Da sind wir entschieden dagegen, wir sagen:

Beseitigung der Umweltschäden auf Kosten der Verursacher!

Ich möchte an der Stelle mal aufhören.

Ihr seht: wenn man in Kray es geschafft hat, dass eine Umweltvergiftung beseitigt wurde, heißt das nicht, dass die Welt in Ordnung ist. Und deswegen bin ich weiter aktiv; – und deswegen möchte ich euch auffordern aktiv zu sein im Kampf zur Rettung der Umwelt.

Danke.

https://www.umweltgewerkschaft.org/de/d-f/essen/1703-ug-essen-umwelt-und-klima-aktionstag-samstag-14-november-2020.html

Kommt mit uns zum Umwelt- und Klima-Aktionstag, Samstag, 14. November 2020, 11:00 – 12.30 Uhr, Essen-Kray, Krayer Straße, vor der Barbara-Kirche

Kundgebung mit Offenem Mikrofon (unter strikter Beachtung des Schutzes vor Corona)

Die diesjährige UN-Klimakonferenz wurde abgesagt. Wir gehen an diesem Wochenende weltweit trotzdem auf die Straße, denn: der Übergang in eine globale Umweltkatastrophe setzt sich täglich beschleunigt fort. Das Jahr 2020 ist bereits jetzt neues Rekordjahr der Klimaerwärmung. Trockenheit, Starkregen, Hitzewellen und Waldbrände nahmen weltweit neue Dimensionen an. Für Millionen Menschen wurde das bereits zur Existenzfrage. Im Ruhrgebiet droht eine Vergiftung der Trinkwassersysteme durch die Flutung der Zechen durch die RAG. Damit können wir uns weder abfinden noch „anpassen“! Letztes Jahr waren in Deutschland über 3 Millionen Menschen für Klima- und Umweltschutz auf der Straße. In Essen kämpfen viele gegen die Bebauung von Grünflächen und Frischluftschneisen.

Gesundheit vor Profit!
Die Bundesregierung lobt sich für ihr Vorgehen in der Corona-Pandemie. In Wirklichkeit steckt ihr Krisenmanagement selbst in der Krise. Dringend benötigte Kliniken werden sogar geschlossen, wie in Altenessen und Stoppenberg. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind im Gegensatz zu Banken für uns systemrelevant.
Klatschen reicht nicht! Wir brauchen mehr Gesundheitsschutz, mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.

Kapitalismus killt Umwelt und Jobs,
obwohl Jobs für den Umweltschutz gebraucht werden. Mit dem Kohlekraftwerk Datteln4 geht eine riesige CO2-Schleuder in Betrieb. RWE erhält 4 Mrd. € für den viel zu langsamen Ausstieg auf der Braunkohleverbrennung – das wird auch noch als „green deal“ gepriesen. Die Wirtschaftskrise vertieft sich weiter. Massenhafte Job-Vernichtung bei MAN, Karstadt, Siemens, Widia, Kolektor, Daimler… Still und leise wurden als Erste zehntausende Leih-Beschäftigte „abgemeldet“. Von den Entlassungen in Kleinbetrieben, Gastronomie und Kultureinrichtungen gar nicht zu reden. Um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz muss gekämpft werden!

Hand in Hand für Umweltschutz und Arbeitsplätze
Um die globale Klima- und Umweltkatastrophe abzuwenden, sind enorme gesellschaftliche Anstrengungen nötig. Doch es entstehen auch neue Möglichkeiten: Wir brauchen Millionen neuer Jobs allein für die schnellstmögliche Umstellung auf 100% erneuerbare Energien und ein entsprechendes Verkehrssystem. Für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich! Schnellstmögliche Umstellung auf ein Verkehrssystem, das auf die Nutzung fossiler Brennstoffe verzichtet! Verpflichtendes Recycling für Konzerne, statt Müllverbrennung und Abschieben ins Ausland! Arbeiter- und Umweltbewegung – gemeinsam unschlagbar!

System change, not climate change!
Wir brauchen eine neue Art des Wirtschaftens, Produzierens und Konsumierens. Wir brauchen eine Strategiedebatte ohne antikommunistische Vorbehalte. Wir brauchen statt UN-Gipfel ein breites Bündnis von Religion bis Revolution – alle gemeinsam für die Rettung der Umwelt!

Kommt mit uns am 14.11. auf die Straße. Erheben wir gemeinsam unsere Stimme!

Powered by Zingiri, PHPlist