Übersetzt aus http://www.dagensarena.se/opinion/skamlig-protest-mot-flyktingbarnen/ von Olaf Swillus.

Ich schäme mich. Über die im Villenviertel, die protestieren und dafür, dass ich gewohnt hatte wo sie wohnen.

Letzte Woche zogen einige Flüchtlingswaisenkinder in ein Haus in einer Villengegend in Björknäs in Nacka bei Stockholm. Knapp einen Kilometer vom Ort, an dem ich aufwuchs.

Die Neuankömmlinge werden vielleicht auf den gleichen Straßen Fahrrad fahren wie ich, auf gleichen Plätzen Fußball spielen und in einem der zahlreichen Seen der Umgebung baden.

Bevor sie letzte Woche in dieses Haus zogen, hatten wir wenig gemeinsame Kindheitserinnerungen.

In Metro lese ich, dass einige derjenigen, die in der Straße wohnen, nicht erfreut sind über ihre neuen Nachbarn und gegen den Beschluß vor Gericht geklagt haben. Es ist nicht dass erste Mal, dass Menschen sich organisieren damit sie keine Kinder und Jugendlichen in der Nähe haben, die vor Krieg und Armut geflogen sind.

In Vallentuna waren diejenigen, die letztes Jahr protestierten, besorgt was mit den Grundstückspreisen geschehen würde.

In Björknäs sind es nicht die Flüchtlingskinder, von denen Nachbarn sagen, dass sie etwas gegen sie hätten.

Was sie beunruhigt ist, was mit dem Haus gegenüber geschehen könnte,

Es gibt, so sagen sie, ein Risiko dass das Gebäude in Zukunft zu einem Heim für beispielsweise Drogenabhängige umgewandelt werden könne.

Die, die mit Wohnstätten für Flüchtlingswaisen oder Drogenabhängigen arbeiten, sind diese Art Proteste gewohnt. Sie nehmen für gewöhnlich ab, und gute Beziehungen entstehen. Die, die protestieren müssen nicht bei ihrer Ablehnung bleiben.

Andere Stimmen haben sich auch erhoben in Björknäs. Die optimistischen weisen darauf hin, dass Gegenreaktionen gegen diese Art von Protesten zu Engagement führen kann, das zum Beispiel Menschenwerte vor Grundstückswerten setzt.

Müssen wir so tief sinken?

Vielleicht ist es, weil ich mich immer noch an das Gefühl der ersten Fahrradtouren erinnere durch die lauen Abende um Björknäs herum, dass die Proteste dort mich besonders ärgern. Ich schäme mich. Ihretwegen und weil ich gewohnt habe wo sie wohnen.

Wie kann ihnen niemals der Gedanke gekommen sein, dass sie anstelle dieser Jugendlichen sein könnten.

Oder dass es eines Tages sie oder ihre Kinder sein könnten, die Hilfe benötigen würden um herauszukommen aus einer mißlichen Lage.

Dann erscheint es mich auch so, dass die Türen, die einige Villenbesitzer versuchen für einige Flüchtlingswaisen zu schließen auch ein Bild der schwedischen Asylpolitik sind.

In einer wohlhabenden Villenumgebung passen nach dieser Menschensicht nur gewisse Menschen herein.

Zusammengenommen hat die EU nur um die 40 000 von Millionen Menschen entgegengenommen, die vor Unterdrückung und Terror in Syrien geflohen sind.

Es scheint mir, dass dieses Verhalten der Nachbarn genau das ist, was passiert wenn die Wohlfahrtsgesellschaft zusammen bricht. Es ist nicht nur die Spaltung, die wächst, wenn wenn Investitionen in die Gemeinschaft sinkt.

Unser kollektives Vermögen uns in die Schicksale anderer Menschen zu versetzen nimmt ab. Das muss so geschehen. In einer Gesellschaft mit immer kleineren Margen für Krankheiten, Unfälle und Unglücke, der allgemeine Glaube, dass das etwas im Leben ist, das anderen passiert. Wir sollten es nicht akzeptieren.

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