Zwei Vertreter der Sozialistischen Partei der Niederlande kamen aus Venlo nach Essen: Stefan Hugues und Guus Janssen, beide im Vorstand der SP in Venlo, berichteten über Aktionen und Arbeitsweisen, regelmäßigen Umfragen, von Tür zu Tür Gesprächen in den Stadtteilen und deren Bedeutung für die Arbeit im Venloer Stadtrat.

Von anderen Arbeitsstrukturen und unterschiedlichen Traditionen haben wir etwas erfahren, und über Europa einen lebhaften Meinungsaustausch gehabt. Dass Europa nicht zentral regiert werden sollte, und die gemeinsame Gesetzgebung nicht ausufern solle, meinte zum Beispiel Stefan Hugues. Und jemand hielt dagegen, dass er den Niederländischen Mindestlohn schon gerne in Deutschland eingeführt haben wolle. Stefan antwortete darauf:

Aber die Ein-Euro-Jobs könnt ihr gerne behalten, – die brauchen wir in den Niederlanden nicht.

Es ging natürlich darum, auf welchem Niveau sich soziale Standards in Europa durch eine gemeinsame Sozialgesetzgebung vereinheitlichen würden. Das Gespräch darüber konnte nicht zu einem endgültigen Ergebnis geführt werden, weil die Neugier überwog und viele andere Fragen zur SP gestellt worden sind. Es war ein erstes Kennenlernen. Aber es ist ein Treffen gewesen, dass zur Wiederholung ermutigt.

Rückblick: Vor Hundertdreißig Jahren

Schon vor hundertdreißig Jahren gab es in der Arbeiterbewegung deutsch-niederländsche Begegnungen.

Zitiert aus blog.swiola.de/2007/10/28/ein-reisebericht-eine-buchbeschreibung-die-niederlandische-arbeiterbewegung-im-19ten-jahrhundert/

1875 hatten sich auf einem Kongress in Gotha die deutschen Sozialdemokraten gegründet. Die Anhänger Lassalles und die Leute von der Internationalen waren mit Bebel und Liebknecht über ein sozialdemokratisches Programm übereingekommen. Die Wahlen von 1877 endeten, sehr zum Verdruss z.B. von Reichskanzler Bismarck, damit, dass 12 sozialdemokratische Abgeordnete in den Deutschen Reichstag einzogen. Aber 3 Jahre später waren mit den Sozialistengesetzen in Deutschland die Sozialdemokraten verboten. Die nichtdeutschen Sozialisten verfolgten voller Anteilnahme die politischen Auseinandersetzungen in Deutschland und halfen dort wo sie konnten. Der “Sozialdemokrat”, die Zeitung der Deutschen Sozialisten, wurde in Amsterdam gedruckt und nach Deutschland geschmuggelt.

Der “Sozialdemokrat”, die Zeitung der Deutschen Sozialisten, wurde in Amsterdam gedruckt und nach Deutschland geschmuggelt

Wir hoffen nicht, dass „die Kommunalpolitischen Informationen“ von AUF, oder der „Essener Morgen“ der LINKEN-Essen je im Ausland gedruckt werden müssen. Wenn es aber nötig wäre, … wir kennen jetzt Menschen in Venlo, die wir fragen könnten.

Einige Bilder von dem Treffen:

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