Essens Welcome Center

Zwei Meinungen Welcome Center

Pressemitteilung Grüne Fraktion

8. August 2012

Grüne Fraktion sieht Welcome Center zur richtigen Zeit am Start

Copur: „Frühzeitige interne städtische Stellenausschreibung notwendig“

Zur Einführung der „Blue Card“ und der Einrichtung des Welcome Centers erklärt der integrationspolitische Sprecher der Grünen Ratsfraktion, Dr. Burak Copur: „Wir begrüßen es, dass die Blue Card am 1. August 2012 endlich auch in Deutschland in Kraft getreten ist. Genauso freuen wir uns, dass unsere Initiative zur Einrichtung eines Welcome Centers eine breite Unterstützung durch die Essener Wirtschaft erfährt. Mit der Einführung der Blue Card kommt auch das erste Welcome Center in NRW zur richtigen Zeit.“

Das Welcome Center kann nach Überzeugung der Grünen Fraktion aber nur Erfolg haben, wenn dort auch hochqualifizierte MitarbeiterInnen mit für die Zielgruppe wichtigen Kenntnissen und Fähigkeiten arbeiten. Hierzu gehören vor allen Dingen die Mehrsprachigkeit, interkulturelle Kompetenz und Auslandserfahrung. Die Stellen sollten frühzeitig intern von der Stadt ausgeschrieben werden, so dass sich sobald wie möglich qualifizierte städtische MitarbeiterInnen auf die Stellen bewerben können.

Dr. Copur: „Es bleibt aber unsere Vision, langfristig vereinfachte Verwaltungsabläufe und eine Willkommenskultur für alle Neubürgerinnen und Neubürger sowie die bereits hier lebenden Migrantinnen und Migranten zu entwickeln. Denn Onkel Ali, der seit 50 Jahren hier lebt und Steuern zahlt, muss genauso anerkannt und wertgeschätzt werden wie die vor kurzem von Großbritannien nach Essen zugezogene indische Computer-Spezialistin Kamaldeep Samra. Auch macht es mit Blick auf die Gewinnung von Neubürgern überhaupt keinen Sinn, wenn in Essen gerade ausländische Studierende das Angebot des Welcome Centers nicht nutzen können. Doch das jetzt von der Verwaltung vorgelegte Konzept bietet eine gute Ausgangsbasis, auf der sich ein „Welcome Center für ALLE“ in die gewünschte Richtung weiter entwickeln lässt.“

. Überparteiliches Essener Wahlbündnis für Alternative Unabhängige Fortschrittliche Kommunalpolitik, Goldschmidtstr. 3, 45127 Essen
www.essen-steht-auf.de

Welcome Center im Dienst der Wirtschaft?

Eine Willkommenskultur gegenüber Neubürgern Essens, insbesondere aus dem Ausland, hält das Bündnis „Essen steht AUF“ unbedingt für richtig. Kritisiert wird aber an dem vorliegenden Konzept für sog. Höherqualifizierte, dass es allein den Interessen der Wirtschaft dienen soll und nicht aller Menschen, die nach Essen kommen. Menschen „mit einem humanitären Aufenthaltstitel bzw. Duldungsinhaber und Asylbewerber“ gehören ausdrücklich nicht dazu.
Ein solches Konzept mache die einen zu willkommenen Neubürgern, denen man den roten Teppich im Gildehof ausrollt – und die anderen zu unwillkommenen Ankömmlingen, die als Sicherheitsrisiko gelten. „Sie müssen ins Ausländeramt Schederhofstraße und dort durch die Sicherheitsschleuse“, erläutert AUF-Ratsherr Dietrich Keil, „die einmalig in NRW ist. Das ist eher eine Ausgrenzungskultur und Diskriminierung. Dann kann man das Welcome Center gleich bei der IHK ansiedeln“. Bei dem allseits gelobten Hamburger Center ist das auch der Fall. „Konsequent wäre es, wenn die Wirtschaft so ein Center selbst betreibt und bezahlt, statt jetzt, im Bunde mit den Grünen, Druck auf die hoch verschuldete Stadt zu machen“.

Dietrich Keil
Ratsherr „Essen steht AUF“

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