Gerhard Schweizerhof

Gerhard Schweizerhof in Abgeordneten-Watch zur 30-Stunden Woche


Sie werben mit der 30 Stundenwoche, bei vollem Lohnausgleich !!
Wie soll das bitte funktionieren??

Antwort von Gerhard Schweizerhof

26.08.2005
Gerhard Schweizerhof
Sehr geehrter ,

die Arbeitslosigkeit, die heute real bis zu 9 Millionen Menschen erfaßt (also fast 70% mehr als die offiziellen Zahlen), kann nur wirksam bekämpft werden, wenn man die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern verteilt.

Rein rechnerisch könnten durch die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich 8,5 Millionen Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden. Wenn man heute für diese Forderung eintritt, schwimmt man gegen den Strom der herrschenden Meinung, darüber bin ich mir voll bewußt. Wir haben es heute mit dem Phänomen zu tun, daß der Überschuß an Arbeitskräften enorm ist und noch ständig wächst, während gleichzeitig in den Betrieben die Ausbeutung und Arbeitsintensität ständig steigt. 1991 produzierte ein Industriearbeiter in Deutschland 167000 € Umsatz/Jahr, 2004 waren dies bereits 384000 €. Der Lohnanteil am Umsatz sank 1991-2004 von 12,1% auf 7,9%. Die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich ist die zentrale Forderung der Arbeiterbewegung im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit. Sogar indische Gewerkschaften stellen diese Forderung auf. Sie fördert die Einheit von Arbeitenden und Arbeitslosen, von Jung und Alt. Sie kann nur im entschiedenen Kampf gegen die Herrschenden auf Kosten der Profite durchgesetzt werden. Zur Entlastung der arbeitsintensiven Betriebe schlägt die MLPD vor, daß die Sozialversicherungsbeiträge von den Löhnen abgekoppelt werden und statt dessen eine umsatzbezogene Sozialsteuer eingeführt wird, die voll von den Unternehmern finanziert werden soll.

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auch auf einen Artikel von Prof. Bontrup von der FH Gelsenkirchen in der FR vom 15.08.05 unter der Überschrift „Geteilte Zeit ist geteilte Arbeit“ hinweisen.

www.frankfurter-rundschau.de

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Schweizerhof

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