Bahnhof Langendreer wegen Erklärung in Erklärungsnot …

Das Bochumer Kulturzentrum Bahnhof Langendreer hatte wegen eines Auftritts der Band DIE BANDBREITE eine Erklärung verfasst. Der Blog Ruhrbarone berichtete darüber bereits:

Bahnhof Langendreer distanziert sich vom Auftritt der Bandbreite/

Nun hat LinksDiagonal nachgefragt, was an den Vorwürfen dran ist:

Der Auftritt:

Die Erklärung:

Erklärung zu Bandbreite, veröffentlicht auf www.bahnhof-langendreer.de

Bahnhof Langendreer behauptet in einer Stellungnahme, die auf ihren Webseiten veröffentlicht wurde, dass die Band Die Bandbreite „auf rechten und konservativ-reaktionären Veranstaltungen“ auftrete, „extrem krude Verschwörungstheorien“ vertreten würde, „nationalistische Positionen“ propagieren und dafür „Beifall von rechts“ bekommen würde.

Das ist starker Tobak. Deshalb gab es eine Nachfrage nach Belegen für diese starken Behauptungen.

Die Beweisführung:

Auf Nachfrage wie Bahnhof Langendreer zu diesen starken Behauptungen gekommen ist kam eine Antwort:

Inzwischen kommt es fast überall, wo die Band eingeladen wird, zu großen Auseinandersetzungen, die Kritik ist also weit verbreitet und nicht aus der Luft gegriffen

Also besteht nach Meinung von Bahnhof Langendreer, der Beweis, dass diese Kritik berechtigt ist, darin, dass diese Kritik weit verbreitet sei.

An dieser Art von Beweisführung, gibt es aber durchaus Kritik. Diese Kritik ist zwar noch nicht so weit verbreitet, aber dafür umso berechtigter.

Von Bahnhof Langendreer wurde zur Unterstützung ihrer Behauptungen auch eine Webseite genannt, auf der auch aus Texten von DIE BANDBREITE zitiert wird.

antifaschismus2.de/… die-bandbreite-eine-ausfuehrliche-kritik …

Dort wird das Lied „Miesmuschel“ als Beleg für Sexismus der Band DIE BANDBREITE zitiert.

Deshalb ist in der Stellungnahme des Bahnhof Langendreer auch die Rede von  „homophobe Ressentiments, extrem sexistische, frauenfeindliche Inhalte „

Bahnhof Langendreer auf www.bahnhof-langendreer.de

Im Repertoire von Bandbreite befinden sich mehr als 50 verschiedene Texte, darunter lediglich zwei Stücke mit sexuellem Inhalt und ironischem Unterton – sexistisch sind die Lieder nicht. Diese Texte sind zwischen fünf und acht Jahre alt, wobei der eine davon niemals live von der Bandbreite aufgeführt worden ist und der andere zuletzt 2005 aufgeführt wurde.

Der Song “Miesmuschel” ist eine Persiflage, eine Kritik an der Sexualisierung unserer Gesellschaft und der Tatsache, dass die Ausübung von Sexualität zum Konsumgut verkommt. Gepaart mit Nichtwissen, mangelnder Aufklärung bei Jugendlichen und fehlender Kommunikation unter den Menschen wird die schönste Sache der Welt damit zum Alptraum. (Mehr dazu…)

Doppelmoral

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass in eben diesem Bahnhof Langendreer, der behauptet die Band Die Bandbreite sei sexistisch, eine Band auftreten wird, die Titel wie „Hoch den Rock, rein den Stock“, oder „Mein Vater war ein Hurenbock“ oder „Du hast geguckt“ im Programm haben, die beiden ersten Titel erklären sich von selbst, aus letzterem sei eine Strophe zititert:

„Auf dem Männerpissoir kam mir einer viel zu nah, ich schlug ihm sofort die Zähne ein und auch noch das Nasenbein, Er fragte sofort „Was hab ich dir denn getan?“ „Du hast geguckt! Du hast geguckt“.

Am 7.Juni wird die Band mit den genannten und weiteren vergleichbaren Titeln zu sehen sein, es handelt sich um die Kassierer.

Nichts gegen die Band Die Kassierer: Aber wenn von Sexismus der Band DIE BANDBREITE die Rede ist, dann sind doch die sehr verschiedenen Maßstäbe, die Bahnhof Langendreer an die Bands anlegt doch sehr erstaunlich.

Auch das könnte Bahnhof Langendreer nachdenklich machen, und dazu führen, dass sie ihre starken Behauptungen noch einmal überdenken:

Presserat verteidigt DIE BANDBREITE und rügt Berichterstattung über diese Band in der WAZ

Laut dem Verständnis des Presserates lässt die Quellenlage es nicht zu, Die Bandbreite als “rechte Band” zu bezeichnen und ordnet dies als “grenzwertig” ein. Des Weiteren wird die Autorin des WAZ-Artikels nach Auffassung des Gremiums dem Pressekodex §2 und damit ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht nicht gerecht.

Näheres und Einzelheiten: Wojnas Blog

Auszug aus dem Schreiben des Deutschen Presserates

Deutscher Presserat erteilt WAZ einen Hinweis bezüglich Artikel über Die Bandbreite

Deutscher Presserat erteilt WAZ einen Hinweis bezüglich Artikel über Die Bandbreite

Deutscher Presserat erteilt WAZ einen Hinweis bezüglich Artikel über Die Bandbreite

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