Wind, Flaute oder Sturm

Umweltgewerkschaft: Aufbruchstimmung und praktische Solidarität mit den Flutopfern

Aufbruchstimmung und praktische Solidarität mit den Flutopfern

Der 2.Bundeskongress der Umweltgewerkschaft tagte am 31.7. und 1.8. 2021 in Berlin mit 71 Delegierten und Gästen. 30 Ortsgruppen aus dem ganzen Bundesgebiet waren vertreten.



Die dramatische Flutkatastrophe Mitte Juli vor allem in Deutschland und Belgien mit über 200 Toten und Vermissten stand im Mittelpunkt der Beratungen des ersten Tages.

Der Kongress sprach seine volle Solidarität gegenüber den betroffenen Menschen aus und beschloss – anknüpfend an die schon geleisteten spontanen Hilfseinsätzen unserer in der Nähe wohnenden Mitglieder – ab der übernächsten Woche mehrtägige Hilfseinsätze zu organisieren, überall Spenden zu sammeln und dabei auch aufzuklären:


Dies war eine Katastrophe mit Ansage! Sie hatte ihre allgemeinen Wurzeln in der globalen Umwelt- und Klimakrise, die auf Grundlage der kapitalistischen Profitwirtschaft entstanden ist. Und sie hatte ihre konkreten Ursachen im völligen Versagen von Regierungen und Behörden und ihrer Ignoranz gegenüber den frühzeitigen Warnungen der Wetterdienste!

Die Antwort auf die immer spürbarer heraufziehende globale Umweltkatastrophe muss lauten: Stärkt die Umweltgewerkschaft, und organisiert insbesondere die Jugend!

Die Umweltbewegung muss eine gesellschaftsverändernde Kraft werden,
wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll!

Der Kongress positionierte sich in diesem Zusammenhang souverän gegen antikommunistische Verleumdungen, die Umweltgewerkschaft wäre nicht überparteilich, weil sie auch revolutionär eingestellte Mitglieder in ihren Reihen hat und mit deren Organisationen zusammenarbeitet. Er bekräftigte demgegenüber das Gründungs-Motto der Umweltgewerkschaft:
„Von Religion bis Revolution – gemeinsam die Erde vor dem Kollaps retten!“
Es sind nur die Umweltverbrecher in Konzernen, Banken und Regierungen, die von der Spaltung der Umweltbewegung profitieren – das lassen wir nicht zu! Für eine befreite Gesellschaft, in der die Einheit von Mensch und Natur im Mittelpunkt steht!

Dieser sehr produktive und schöpferische erste Kongresstag fand seinen selbstbewussten Abschluss in einer Kundgebung vor dem Berliner Hauptbahnhof, mit anschließendem gemütlichen Zusammensein im Biergarten des Tagungssaals. Dort wurden auch ausscheidende Aktive aus dem Bundesvorstand geehrt. 500€ an Einzelspenden für das Fluthilfe-Spendenkonto der Umweltgewerkschaft kamen an diesem Tag zusammen.

Der zweite Kongresstag war bestimmt durch die Neuwahl des Bundesvorstands, der Kassenprüfung und der Schiedskommission. Die sowohl ernsthafte als auch begeisternde Kongressatmosphäre ermutigte noch vor Ort
weitere Teilnehmer*innen zur Kandidatur. Der neue 13-köpfige Bundesvorstand repräsentiert die Umweltgewerkschaft aus Ost und West, Nord und Süd. Er besticht durch seine „Mischung“ aus älteren und jüngeren, erfahrenen und neuen Kräften. 54% sind weiblich. Alle arbeiten ehrenamtlich. Wie bisher verkörpern Industrie-Beschäftigte und Umwelt-Aktive aus anderen Bereichen der Gesellschaft auch personell unser Markenzeichen: die enge Verbindung von Arbeiter- und Umweltbewegung.

Mehrere Besucher*innen des Kongress-Rahmenprogramms entschieden sich noch vor Ort zur Mitgliedschaft in der Umweltgewerkschaft – herzlich willkommen! Der neue Bundesvorstand wird sich demnächst konstituieren und zeitnah die Dokumente und Resolutionen des Kongresses veröffentlichen.

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