aus Lokalkompass:

Solidarität mit den Kumpels von Prosper und ihrem berechtigten Kampf gegen die RAG!

Seit dem 08.03.2020 18:00 Uhr bis 12.03.2020 18:00 Uhr halten von der Ruhrkohle AG (RAG) gekündigte Bergleute vor der RAG-Zentrale auf Zollverein rund um die Uhr eine Mahnwache ab, um gegen den Bruch des Versprechens „Keiner fällt ins Bergfreie“ zu protestieren. Dass die Bergleute bis heute unbeirrt um ihre Arbeitsplätze kämpfen, ist ein Ergebnis der großen Solidarität in der Bevölkerung. Von Anfang an hat die bundesweite Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ den Kampf der Bergarbeiter unterstützt und diese Solidarität organisiert.

Seit eineinhalb Jahren führen Bergleute und ihre Familien, Bergbaurentner, Anwohner, Umweltaktivisten und viele weitere – darunter die Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF und die MLPD – gemeinsam den Kampf gegen die RAG-Politik der „verbrannten Erde“. Sie wehren sich gegen die betriebsbedingte Kündigung von 200 nicht anpassungsberechtigten Kumpels und gegen die Streichung des Kohledeputats. Sie kämpfen gegen die Flutung der stillgelegten Zechen mit der Folge einer möglichen verheerenden Trinkwasserverseuchung aufgrund der Lagerung großer Mengen Giftmülls unter Tage. Sie protestieren aber auch gegen rücksichtslose Vergiftung von Kumpels durch PCB und andere Giftstoffe sowie gegen die Folgen des Verkaufs der Zechensiedlungen durch die RAG an Wohnungskonzerne wie Vivawest.

Zehn selbständig organisierte Protestaktionen gab es bereits. Vielen sind bestimmt auch die beiden Demonstrationen durch Katernberg und Stoppenberg im März und September 2019 noch in Erinnerung, die den Kumpels den Rücken stärkten.

Auf der Grundlage dieser kämpferischen Aktionen haben die Kumpel Anfang 2020 bei zwei Prozessen auch vor Gericht wichtige Erfolge errungen. Beim Prozesstermin am 26.2. in Gelsenkirchen folgte die Richterin den Argumenten des Gerichtes vom 28. Januar, dass die Kündigungen unwirksam sind, weil sie mit dem falschen Betriebsrat abgeschlossen wurden – nämlich mit dem Betriebsrat von Prosper und nicht mit dem Gesamtbetriebsrat. Neben der Klage gegen die Kündigungen hatten die Kumpel auch auf ihre vorläufige Weiterbeschäftigung geklagt, denn die RAG sagt, dass sie die Kumpel nicht beschäftigen könne. Deren Anwalt erklärte weiterhin, dass die Weiterbeschäftigung der Kumpel nicht zumutbar sei. Das fand auch die Richterin nicht überzeugend.

Die Kumpel freuen sich über jede Unterstützung und Solidarität. Deshalb meine Bitte: Besucht die Kumpel bei ihrer Mahnwache auf Zollverein und stärkt ihnen den Rücken. Die RAG darf mit ihrer Politik der verbrannten Erde nicht durchkommen.

Die Mahnwache findet noch bis 12.3. 18 Uhr rund um die Uhr statt. Das Zelt der Kumpel steht gegenüber dem Eingang der RAG Montan Immobilien an der Ecke zur Heinrich-Imig Straße (siehe Plan). Zufahrt über Kokereiallee (etwa auf Höhe der Bus-Haltestelle Etterbach auf der Straße Arendahls Wiese).

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