Unnötige Distanzierung: Offener Brief an Herrn Bischof Overbeck

[Update 2.4.2019]:
Pax Christi fordert Gegendarstellung von WAZ und NRZ
Pressemitteilung des Bistum Essen


Sehr geehrter Herr Bischof Overbeck,

wer hätte das gedacht, dass wir uns einmal für BDS interessieren würden.

Die Essener Ratspolitik hat es geschafft, mit ihrem Beschluss der (in Essen nicht vorhandenen) BDS Bewegung keine Räume zu geben. (*)

Und jetzt sehe ich, Herr Bischof Overbeck, dass Sie sich ohne Not in einer eilfertigen Stellungnahme von Pax Christi distanzieren.

Warum?
Ihre Stellungnahmen für Geflüchtete habe ich immer sehr geschätzt und Sie auch oft in Leserbriefen gegen herablassende Zeitungs-Kommentare verteidigt.

Aber hier muss ich Ihnen widersprechen.

Ich finde es nicht richtig, dass Sie Pax Christi im Regen stehen lassen, ohne sich ordentlich zu informieren, zum Beispiel die sehr ausführliche Stellungnahme von Pax Christi lesen. Darauf gehen Sie jedenfalls mit keinem Wort ein. Sie sprechen von „antisemitische Stereotype“ im Zusammenhang mit BDS. Da Sie das nicht erklären, musste ich hier mal nachlesen:

www.zukunft-braucht-erinnerung.de: Der antisemitische Stereotyp/
Aber was haben Hakennasen (ein antisemitisches Stereotyp) mit BDS zu tun?

Ob BDS als antisemitisch zu bezeichnen ist, ist übrigens eine Frage der Definition. Es wurde eine neue Definition geschaffen um dies zu können:

Dazu:

www.faz.net: Kabinett billigt neue Antisemitismus-Definition:

Zu Israel heißt es:

„Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“ Daran gibt es von unterschiedlicher Seite Vorbehalte, weil eine Gleichsetzung von Kritik an israelischer Regierungspolitik mit Antisemitismus befürchtet wird.

Dem Kampf gegen den wirklichen Antisemitismus, wird damit allerdings ein Bärendienst erwiesen.

Herzliche Grüße,
Olaf Swillus

(*) PS.: Die Begründung zu dem Anti-BDS-Beschluss der Stadt enthält tatsächlich das Eingeständnis, dass Die BDS-Kampagne … in der Stadt Essen bisher … noch nicht in Erscheinung getreten … ist.

Mein (natürlich ironischer!) Vorschlag ist daher, nach Verabschiedung dieses Beschlusses, die Beschlussfasser, EBB, FDP, CDU, SPD und GRÜNE von der Nutzung städtischer Räume auszuschließen, denn diese Anti-BDS-Aktivisten sind in Essen die einzigen, die über BDS gesprochen und dafür Werbung gemacht haben.

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