AStA-Protestcamp für bezahlbaren Wohnraum im Ruhrgebiet

Vorbereitungstreffen am 30.05. um 19 Uhr im Besprechungsraum des AStA in Essen, Eingang T02!


Zielsetzung des AStA-Protestcamps
für bezahlbaren Wohnraum im Ruhrgebiet

Verdrängung

In Deutschlands Großstädten fehlen fast zwei Millionen bezahlbare Wohnungen. Während die Mieten stetig steigen, erhöht sich das Einkommen der Bevölkerung nicht ansatzweise in gleichem Maße, sodass viele Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum finden können. Gleichzeitig steht nutzbarer Wohnraum in absurdem Maße leer, rottet ungenutzt vor sich hin und bleibt Spekulationsobjekt, anstatt Menschen ein Zuhause zu sein. Von dieser Problematik sind neben vielen anderen Personengruppen auch Studierende betroffen. Die Mietpreise der Wohnheime des Studierendenwerks Essen-Duisburg zum Beispiel liegen deutlich über der im BAföG vorgesehenen Wohnraumpauschale von 250 Euro. Gerade zu Beginn des Wintersemesters herrscht hier Wohnungsnot; Studierende sind teilweise gezwungen, über weite Strecken zu pendeln, müssen bei ihren Familien wohnen oder zahlen Mieten, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Perfide ist außerdem, dass ausländische Studierende auf dem öffentlichen Wohnungsmarkt häufig herkunftsbezogener Diskriminierung ausgesetzt sind und daher oft keine andere Wahl haben, als den hochpreisigen Wohnraum des Studierendenwerks zu nutzen. Neben dieser strukturellen Verdrängung auf dem Wohnungsmarkt schafft es die öffentliche Verwaltung immer wieder, Projekte für soziokulturellen Freiraum zu verhindern. Solche Freiräume bieten Menschen in der Stadt unter anderem Gelegenheit und Ressourcen, sich zu vernetzen und politisch zu aggregieren. Die Unterdrückung dieser Projekte ist daher als Teil einer politischen Strategie zu verstehen, die betroffenen Menschen ihr Recht auf Stadt strukturell verwehrt. Unsere Reaktion darauf: Wir schaffen mit unserem Protestcamp einen temporären Freiraum, der zugleich organisatorische Ressource, Ideenwerkstatt und politisches Statement sein soll!

Aktion

Als AStA der Uni Duisburg-Essen stellen wir uns der allgemeinen Mieter*innenverdrängung sowie den unsolidarischen [, profitorienterten] Preisgestaltungen des Studierendenwerks Essen-Duisburg entschieden entgegen! Als Mitglied im freien zusammenschlusses der student*innenschaften (fzs) nehmen wir Teil an dessen Bündniskampagne „Studis gegen Wohnungsnot“ ( https://studis-gegen-wohnungsnot.com/ ) und tragen unser Anliegen mit einem bunten Protestcamp auf der Essener Campuswiese in die Öffentlichkeit! Vom 13.06. bis 15.06. schlagen wir dort unser Lager auf, reden mit interessierten Studis und Anderen und finden uns regelmäßig zu Workshops, Gesprächsrunden und Protestgängen zusammen. Drei Tage lang schaffen wir einen Freiraum direkt unter der Nase der Hochschulverwaltung, der zu Austausch, Vernetzung und Brainstorming einlädt! Dazu brauchen wir vor allem eine starke, diverse und zahlreiche Campgemeinde; also schnappt euch eure Leute, eure Initiativen, eure Zelte, eure Schlafsäcke und euer kritisches Bewusstsein und macht mit!

Ziele

Aufmerksamkeit erregen
Stadt, Uni, Studiwerk in Zugzwang bringen

Wir setzen uns ein gegen Rassismus, Sexismus und jede Art von Diskriminierung
Wohnheime müssen bezahlbar sein -> Solidarität statt Wirtschaften!
BAföG muss an reale Bedingungen und Mietpreise der Standorte angepasst werden
Bezahlbarer Wohnraum auf dem freien Wohnungsmarkt in den Städten
Unser Protest ist friedlich, bunt und offen für Alle!

Wohnungsnot betrifft nicht nur Studierende, sondern auch viele weitere Menschen, die sich die stetig steigenden Mieten nicht leisten können. Deshalb wollen wir möglichst viele Verbündete finden, mit denen wir zusammenarbeiten können. 

Außerdem wollen wir das Thema ausweiten und nicht nur die Wohnraumproblematik in den Blick nehmen, sondern allgemein das Recht auf Stadt für Alle in den Fokus rücken. Hierbei geht es in Duisburg und Essen vor allem um Leerstände, Ordnungspolitiken, Kultursterben, verwaltete Segregation und Armut. Glücklicherweise gibt es in Duisburg sowie in Essen Ansätze für ein System solidarischer Ökonomien, das noch weiter ausgebaut und gefördert werden könnte, wie etwa durch zur Selbstverwaltung vergebene Freiräume. Deswegen wollen wir uns auch mit stadtpolitischen Initiativen und anderen lokalen Akteur*innen vernetzen.  Hierzu treffen wir uns am 30.05. um 19 Uhr im Besprechungsraum des AStA in Essen, Eingang T02! Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen und einen erfolgreichen, gemeinsamen Protest!

Falls ihr noch Ideen habt, wen wir ansonsten ansprechen können, ihr weitere Infos braucht oder generell Input geben wollt, meldet euch bei uns!
Wir freuen uns auf einen aktiven Protest, auf buntes Campen und Sonne!

WOHNEN UND STADT FÜR ALLE!

euer AStA der Universität Duisburg-Essen

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