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gesehen auf der Demonstration gegen die Wohnsitzauflage am 19.11.2016 in Düsseldorf

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir, das Bündnis Afghanischer Aufschrei, laden euch hiermit zu einer
Demonstration am 26.11. in Düsseldorf ein um gemeinsam gegen die
geplante Abschiebung von über 40.000 Menschen nach Afghanistan zu
demonstrieren. Die Abschiebung in ein Kriegsgebiet stellt eine
Menschenrechtsverletzung dar, welche wir nicht hinnehmen werden. Wir
würden uns daher freuen wenn ihr zur Demonstration kommt, diese in euren
Kreisen bewerbt und den untenstehenden Aufruf unterzeichnet.

Vielen Dank und freundliche Grüße

Nedaje Afghan – Afghanischer Aufschrei – Afghan Outcry

https://www.facebook.com/nedajeafghan/

http://afghanischer-aufschrei.de/

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DAS NENNT IHR SICHER??
Keine Abschiebungen in Kriegsgebiete!
Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Aufruf zur NRW-weiten Groß-Demonstration in Düsseldorf (DGB-Haus / Nähe HBF)
SA, den 26.11.2016 um 13 Uhr:
Gemeinsam auf die Straße! Gegen das „Rücknahmeabkommen“ der EU und BRD
mit Afghanistan!

Zu Beginn des Jahres 2016 behauptete Innenminister De Maizière während
eines Fernsehinterviews in Kabul, dass Afghanistan sicher sei.
Ironischerweise sprengte sich am selben Tag nur wenige Kilometer weiter,
ein Selbstmordattentäter der Taliban an einer stark besuchten
Verkehrsader in die Luft. Er riss dabei 20 weitere Menschen mit in den
Tod. Dass das Alltag der afghanischen Bevölkerung ist, verschweigt De
Maizière. Stattdessen lässt er verlauten, dass Afghan*innen lediglich
aus Gründen ökonomischer Perspektivlosigkeit, Korruption und
Kriminalität flüchten. Das ist nicht nur eine maßlose Relativierung der
dortigen Zustände, sondern eine Leugnung des Krieges der seit nunmehr 36
Jahren tobt.

Neben den amerikanischen und britischen Streitkräften bildet die
Bundeswehr seit 2001 einen Teil der ausländischen militärischen Präsenz
in Afghanistan. Unter dem Vorwand polizeiliche und militärische
Strukturen aufzubauen, haben deutsche Soldaten in keiner Weise zu einer
positiven Entwicklung beigetragen. Ganz im Gegenteil, Afghanistan ist
unsicherer den je. Laut einer Studie der Brown University stieg die Zahl
der bei Anschlägen, Luftbombardements und Schießereien von US Army,
Bundeswehr, dem afghanischen Regime und Talibanmilizen Getöteten
zwischen 2007 und 2015 um ein doppeltes, die der Verletzten hat sich
sogar versiebenfacht. Während 2007 1.523 zivile Tote verzeichnet wurden,
sind 2015 laut UNAMA 3.545 Zivilist*innen getötet worden und 7.457
verletzt. Dieses Jahr starben allein im ersten Halbjahr bereits 1.600
Zivilist*innen durch die allgegenwärtige Gewalt und mehr als 3.500
wurden verletzt. Dies sind die höchsten Opferzahlen seit 2009!
Über die reelle Zahl der Geschädigten seit Beginn des angeblichen
„Kriegs gegen den Terror“ kann man nur spekulieren. Viele dieser
Menschen werden bleibende physische und mentale Schäden mit sich tragen.
Die Zahlen sprechen für sich. Die UN spricht von aktuell ca. 2 Mio.
Binnenvertriebenen in Afghanistan, welche zum Teil mehrfach fliehen
mussten. Die kriegerischen Handlungen zwischen diversen „Warlords“, der
Taliban, dem afghanischen und internationalen Militär lassen nach wie
vor kein sicheres, ziviles Leben in Afghanistan zu. Von welchem sicheren
und politisch stabilen Land spricht De Maizière also? In welchem
sicheren Land muss De Maizière mit einer kugelsicheren Weste aus einem
Militärhubschrauber steigen, flankiert von mehreren schwer bewaffneten
Soldaten?

Die deutsche Bundesregierung und De Maizière müssen endlich zugeben,
dass ihr militärisches Unterfangen, wie auch das der Amerikaner, Briten
und zuvor der Sowjetunion, kläglich gescheitert ist. Bislang hat jede
dieser Interventionen, zumeist maskiert als humanitäre
Demokratisierungs- oder Entwicklungshilfe, die Lebensrealität der
afghanischen Bevölkerung nur verschlimmert. Hinterlassen haben sie nur
ein im Laufe von 37 Jahren Krieg durch Armut, Korruption und Gewalt
gebeuteltes und vernarbtes Land.
Deutschland trägt übrigens nicht erst mit dem fatalen Luftangriff – bei
dem über 100 Zivilist*innen (darunter auch Kinder und Jugendliche) bei
Kundus ermordet wurden – eine Verantwortung für das Ergebnis seiner
aggressiven Außenpolitik, sondern seit seiner Ankündigung, die
Vereinigten Staaten uneingeschränkt bei ihrem Krieg in Afghanistan zu
unterstützen.

Wer Krieg auf fremdem Boden führt, jede Hoffnung auf Unversehrtheit
ausmerzt und damit erst die Gefahr für Leib und Leben mit erschafft,
muss damit rechnen, dass Menschen ihre Heimat und ihre Familien
verlassen, um anderswo ein sicheres Leben führen zu können. Die etwa
40.000 geflüchteten Afghan*innen, die den langen und beschwerlichen Weg
zu uns schafften, haben ein Recht hier, im sicheren und wohlhabenden
Land, das Krieg in ihrer Heimat führte und führt, Schutz zu suchen und
dauerhaft zu bleiben. Wie ebenso diejenigen, die Afghanistan in Angst um
ihr Leben noch verlassen werden müssen.

Der vor anderthalb Monaten ohne jede parlamentarische und
gesellschaftliche Debatte beschlossene Rückführungsplan und die
„Gemeinsame Erklärung“ auf der Brüsseler „Afghanistan Konferenz“
zwischen der EU und der korrupten afghanischen Regierung, ist besonders
für die Bundesregierung ein feiger und aus humanistischer Perspektive
inakzeptabler Rückzug aus der Verantwortung für 15 Jahre erbitterten
Krieg. In dieser Erklärung wurde nämlich vereinbart, dass Afghanistan in
den kommenden vier Jahren ca. 13 Milliarden Euro Entwicklungshilfegelder
erhalten und im Gegenzug bis zu 80.000 Afghan*innen aus Europa, aus der
Bundesrepublik Deutschland allein 40.000, wiederaufnehmen soll. Für die
deutsche Regierung war der SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier
nach Brüssel angereist, um jenen Deal durchzusetzen.

Für uns, „Nedaje Afghan – Afghanischer Aufschrei Düsseldorf“
widerspricht dieser Handel mit bedrohten Menschenleben sämtlichen
humanitären Prinzipien, mit denen sich europäische Staaten so gerne
schmücken.

Wir stellen uns gegen die geplante Abschiebung von Mitgliedern unseres
Bündnisses, ebenso wie weiterer zehntausender afghanischer Geflüchteter
aus der EU zurück in das Elend und den Tod, der die Menschen dort
erwartet. Einen Krieg kann man nicht wegreden!

Wir fordern einen sicheren Aufenthaltsstatus für alle afghanischen
Geflüchteten, die hier Schutz suchen!

Kommt zu unserer Großdemonstration am 26.11.2016 in Düsseldorf und
unterstützt uns!!!

Wenn ihr den Aufruf unterzeichnen wollt, schreibt bitte eine Mail an:
afghanischer-aufschrei@riseup.net
https://www.facebook.com/nedajeafghan
Nedaje Afghan نداى افغان – Afghanischer Aufschrei – Afghan Outcry
Düsseldorf

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