[Update] aus einer Pressemitteilung, 14.05. 2016 von presse(at)rebellischesfestival.de

Bewegend war der Auftritt des Musikers Aemad Ahmed, der Lieder aus seiner Zeit im palästinensischen Viertel Jarmuk auf dem Piano spielte und sang. Viele der über 1300 Besucher des Musikfestivals lauschten gebannt.

Als Festival-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer Flüchtlinge abholen und zum Festival mitnehmen wollten, erklärte eine Verantwortliche in der Flüchtlingsunterbringung Suhl, die Teilnahme am Festival sei nicht möglich; sie könnten einen Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen. Die zuständige Stelle öffnet wieder am Dienstag seine Tore!

„Das lassen wir uns nicht bieten! Wir gehen deshalb mit Anwalt hin, um sie zum Festival abzuholen.“ sagte Lisa Gärtner von der Festivalleitung. Einstimmig unterstützten alle Anwesenden – Zuhörer wie Musiker – diesen Vorschlag.

Gesagt, getan. Kurz vor 12 Uhr war eine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen mit einem Rechtsanwalt in Suhl. Und um 15 Uhr konnte das Festival einen großartigen Erfolg feiern: Auf der Wiesenbühne wurden 51 Flüchtlinge aus dem Aufnahmelager Suhl begeistert begrüßt.


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Rebellisches Musikfestival für und mit Flüchtlingen gestartet!

Auf dem Rebellischen Musikfestival in Truckenthal, Landkreis Sonneberg (Thüringen) trat am gestrigen Freitagabend die Band Strom und Wasser auf. Die Band des Liedermachers Heinz Ratz hatte zwei Flüchtlinge mitgebracht, die gemeinsam musizierten. Mit tanzwütigem Polka der Berliner Band Polkageist, der lokalen Band Noihaus aus Neuhaus wurde die Waldbühne zum Beben gebracht. Frauenpower brachten die Bands Revolution Eve aus Frankfurt und Far or Near auf die Bühne. Die Frontfrau von Far or Near berichtet von einem Chor, den sie mit Leipzigern und Flüchtlingsfrauen organisiert.

Bands und Zuschauer waren empört, dass geflüchteten Menschen aus der Aufnahmeeinrichtung in Suhl verboten werden soll, auf das Rebellische Musikfestival zu kommen. Diese Einschränkung ihrer demokratischen Rechte und Freiheiten wird vom Rebellischen Musikfestival nicht hingenommen. Wir stehen für die Verbrüderung mit den Flüchtlingen, dafür dass sie sich am politischen und kulturellen Leben hier beteiligen können und nicht wie Menschen zweiter Klasse in ihren Flüchtlingsunterkünften isoliert werden. Der Jugendverband REBELL und das Rebellische Musikfestival haben alle Hebel in Bewegung gesetzt und wir sind uns sicher: Auch heute feiern wir gemeinsam mit Flüchtlingen und es werden mehr sein!

Heute steht im Zentrum der Benefizcharakter des Festivals mit der Flüchtlingsunterkunft „Haus der Solidarität“. Der Ideengeber Stefan Engel und die Objektleiterin Dagmar Kolkmann-Lutz werden das Projekt vorstellen. Spielen wird der Pianist Aemed Ahmad, dessen Foto als Pianist inmitten der Ruinen des Kriegs in Syrien um die Welt ging.

Wir erwarten einen wundervollen Tag, Tagesgäste können vor Ort Karten für 18,- € erwerben. Auch Zelten ist noch möglich. Flüchtlinge zahlen für eine Tageskarte Samstag 4€, Sonntag 5€, die Abendveranstaltungen kosten 2€.

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