aus: http://www.derwesten.de/staedte/essen/unter-uns-id10268867.html

NS-Vergangenheit „Gegen das Vergessen“ – Essener Lichtburg zeigt Samstag „Shoah“

Essen. Die Lichtburg zeigt Samstag vor ausverkauftem Haus den Film „Shoah“. 566 Minuten „gegen das Vergessen“ – auch von Auschwitz-Angeklagten wie Heinrich Bischoff.

Bis vor 15 Jahren hätte man Jozef Bodek fragen können. Da lebte Häftling Nr. 95373 aus Auschwitz-Birkenau noch und war womöglich in der Lage, ein weiteres Mal zu Protokoll zu geben, was sich über seine Erlebnisse mit Heinrich Bischoff sagen lässt, diesem einstigen Bergmann aus Essen-Überruhr. Nachlesbar auf Blatt 15.687 der Akte.

25.1.2015 10.30 bis 24 Uhr in der Essener Lichtburg.
http://www.shoah-lichtburg.de/

Zitat aus einem Flyer:

Der Film wendet sich an Erwachsene, aber auch Jugendliche. Wir, die Veranstalter haben den Eindruck, dass die Zeit für diesen Film „reif“ ist. Die üblichen Zahlen, Dokumente und Leichenberge, ihre ständige Wiederholung, haben bei der jungen Generation zu einer Abwehr geführt. Nach unserer Erfahrung haben die jungen Menschen das Thema aber nicht „satt“, sie sind nicht unberührt oder gleichgültig, im Gegenteil, sie wollen mehr und wollen es genauer wissen, „satt“ haben sie das oberflächliche Gerede und die banalisierenden Verkürzungen …

Alles weitere hier: http://www.shoah-lichtburg.de/

Den Film ‚Shoa‘ von Claude Lanzmann gibt es auch auf Youtube .

Er ist in 8 Teilen auf Youtube veröffentlicht worden.

Allein die Erzählungen können einem die Tränen in die Augen treiben.
Es kommt ganz ohne drastische Dokumentar-Bilder aus, aber Claude Lanzmann versteht es durch beharrliches Fragen Erzählungen anzuregen, die die Geschichte lebendig machen.

Aus dem Info-Text unter:
http://www.youtube.com/watch?v=adABMRTcsmc

Der französische Filmemacher Claude Lanzmann
legte Mitte der 80er Jahre mit „Shoah“
eine der radikalsten und umfassendsten Filmarbeiten
über die Vernichtung des europäischen Judentums
im Nationalsozialismus vor.
12 Jahre Arbeit, 350 Stunden Material,
9 1/2 Stunden Film gegen das Vergessen.
Dabei verzichtet dieses epische Großprojekt auf Musik,
auch auf jegliche Form des Kommentars und
vor allem auf historisches Archivmaterial
— auf die Bilder von Massengräbern, Gaskammern,
von ausgemergelten Körpern.
Im Mittelpunkt stehen nicht die Dokumente der Vergangenheit,
sondern die Gegenwärtigkeit des Erinnerns.
Lanzmann besuchte die Orte der Vernichtung,
die „Todesfabriken“ Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka,
Auschwitz und fand Orte vor, über die Gras gewachsen war.
Daher die Insistenz, mit der er in Polen, in Israel,
in den USA, in Deutschland letzte Augenzeugen der Katastrophe
— seltene Überlebende der „Sonderkommandos“, Zuschauer
und auch NS-Täter — ausfindig machte
und zu Deportation und Lageralltag befragte.
Das Erlebte aber drängt mit aller Kraft ins Vergessen.
Es bedurfte eines hohen, psychologisch geschulten Aufwands
und einer ausgefeilten Fragetechnik, um die Befragten
zum Sprechen zu bringen und ihnen zu entlocken,
was nicht bewältigt werden kann.
Ohne chronologische Anordnung und bewusst
fragmentarisch präsentiert,
ergeben die Interviews ein subtil gewobenes Geflecht
ineinander verschränkter Perspektiven auf das Unbegreifliche.

Teil 1 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=adABMRTcsmc
Teil 2 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=jKyIomvumKs
Teil 3 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=sMr5gZ4ls40
Teil 4 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=007P_TG1mbM
Teil 5 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=wacJ6shedvk
Teil 6 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=DtY6ivwB-bg
Teil 7 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=lFM7XOAgbHg
Teil 8 von 8: http://www.youtube.com/watch?v=C0zOeLyB4vk

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