Die Angst vor zu vielen Flüchtlingen geht um – insbesondere wenn es um Roma und Sinti aus Serbien und Mazedonien geht.

Bundesweite Kampagnen finden auch in Essen ihren Niederschlag.

Für Samstag, den 7.9. ab 15.00 Uhr hat die NPD einen Aufmarsch in Essen-Frintrop angekündigt. Offenbar will sie dort wieder gegen Flüchtlinge hetzen. Essen-stellt-sich-quer hält dagegen und trifft sich am Frintroper Marktplatz um 14.45 Uhr.

Beim WAZ-Mobil am Donnerstag, den 5.9,
ging es genau um dieses Thema:

Bei der WAZ-Mobil-Diskussion über die Nutzung der Walter-Pleitgen-Schule als Notaufnahmeunterkunft für Asylsuchende wurde sehr deutlich, dass unter den meisten Frintroper Bürgern die NPD überhaupt nicht beliebt ist.

Einer von Ihnen argumentierte gegen die Nutzung der Walter-Pleitgen Schule als Flüchtlingsunterkunft mit den Worten.

„Dann kommen auch die Rechten und demonstrieren“

Ein Polizeibeamter hielt dagegen:

Die NPD würde gerne solche Gelegenheiten nutzen. Wenn sie aber bei den Bürgern keinen Anklang damit fände, würden sie auch schnell wieder aufgeben.

Die Frintroper Bürger sind also entscheidend.

An die Bürgerinnen und Bürger von Essen-Frintrop!

Wir laden Sie ein mit uns gegen die NPD – Kundgebung zu protestieren! Die NPD ist generell gegen Flüchtlinge und möchte sie auf keinen Fall in Deutschland haben. Egal wo.

Sie versucht Ihren berechtigten Unmut über eine mangelhafte Informationspolitik der Stadt Essen zu nutzen um ihre ganz eigenen Ziele zu verfolgen. Die NPD möchte einen Keil zwischen Anwohner und Flüchtlinge treiben, die in Kürze in der „Walter-Pleitgen-Schule“ befristet untergebracht werden sollen. Es soll ein Klima der Angst und Voreingenommenheit erzeugt werden. Dies können und wollen wir nicht unterstützen.

Deshalb machen wir unsere Kundgebung

Es gibt weltweit ca. 45 Millionen Flüchtlinge. Wenn davon nur 1000 bis Jahresende in Essen ankommen ist dies der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn unser Innenminister Friedrich so generös wäre wie Schweden, dass 8000 syrische Flüchtlinge aufnimmt, müssten wir in Deutschland 75000 aufnehmen und keine kümmerlichen 5000 dieser Kriegsflüchtlinge.

Fehler der Stadtverwaltung

Jahrelang wurden Flüchtlingsunterkünfte in Essen abgebaut. Nun ist die Stadt durch eine steigende Zahl von Flüchtlingen in die Situation gekommen wieder Notunterkünfte einrichten zu müssen. War dies schon keine vorausschauende Politik, so ist zusätzlich die mangelhafte Informationspolitik der Stadt Essen gegenüber den Bürgern anzuprangern. Die Forderungen aus der Verwaltung Flüchtlinge durch Sachleistungen „abzuschrecken“ ist unmenschlich. Solche Konzepte fördern die falsche Debatte um angeblichen „Asylmissbrauch“ den es, so wie NPD oder Pro NRW beschreiben einfach nicht gibt.

Die aktuell notwendigen Notunterkünfte (Dilldorfschule in Kupferdreh und die Walter-Pleitgen-Schule hier in Frintrop) können und dürfen keine Dauereinrichtung werden!

Deshalb schließen wir uns den Forderungen von ProAsyl an:

– humane Unterbringung von Flüchtlingen mit abgeschlossenen Wohneinheiten

– Einhaltung von Hygienestandards und ein Recht auf Intimsphäre

– Einhaltung der vom Essener Rat beschlossenen Belegungsdichte von 8 m² / Person

– Verzicht auf Sachleistungen und Auszahlung von Barleistungen

– Verzicht auf Massenunterkünfte

– Gleichmäßige Unterbringung von Flüchtlingen in allen Essener Stadtteilen

– vorrangige Unterbringung in Privatwohnungen

– Ausbau der sozialen Betreuung, Anbindung an den Stadtteil durch stadtteilorientierte soziale Arbeit und runde Tische

Wir bitten Sie, die Flüchtlinge, in ihrer schwierigen Lebenssituation in Essen willkommen zu heißen, und der NPD eine Abfuhr zu erteilen. Deren Vorstellungen von Flüchtlingspolitik haben mit Menschlichkeit nichts zu tun.

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