Bertolt Brecht hat eine Frage

„Die Zuschauer des Jahres 1949 und der folgenden Jahre sahen nicht die Verbrechen der Courage, ihr Mitmachen, ihr AmKriegsgeschäftmitverdienen Wollen; sie sahen nur ihren Mißerfolg, ihre Leiden. Und so sahen sie den Hitlerkrieg an, an dem sie mitgemacht hatten: Es war ein schlechter Krieg gewesen, und jetzt litten sie. Kurz, es war so, wie der Stückschreiber ihnen prophezeit hatte. Der Krieg würde ihnen nicht nur Leiden bringen, sondern auch die Unfähigkeit, daraus zu lernen.

(… ) Etwas hat sich geändert, kein Zweifel. Das Stück ist heute kein Stück mehr, das zu spät gekommen ist, nämlich nach einem Krieg. Schrecklicherweise droht ein neuer Krieg. Niemand spricht davon, jeder weiß davon. Die große Menge ist nicht für Krieg.

Aber es gibt so viele Mühsale. Könnten sie nicht durch einen Krieg beseitigt werden? Hat man nicht doch ganz gut verdient im letzten, jedenfalls bis knapp vor dem Ende? Gibt es nicht doch auch glückliche Kriege?

Ich möchte gern wissen, wie viele der Zuschauer von ‚Mutter Courage und ihre Kinder‘ die Warnung des Stücks heute verstehen.“

Wir wollen es auch wissen, deshalb führen wir das Stück auf.

Bertolt Brecht Jugendprojekt
& Agitproptruppe Roter Pfeffer
Eine Patenschaft für das Bertolt Brecht Jugendprojekt „Mutter Courage und ihre Kinder“ haben übernommen die Vertrauenskörperleitung der IG Metall im Mercedes Werk Bremen, der GEW Landesverband Bremen und die Vertrauenskörperleitung der IG Metall im Mercedes Werk Wörth.
Brechts Tochter Hanne Hiob war seit 1998 Schirmherrin über unsere Bertolt Brecht Jugendprojekte „Der Brotladen“, „Kolomann Wallisch Kantate“ und „Die Tage der Commune“. Am 23. Juni 2009 ist die Kriegsgegnerin und Antifaschistin gestorben.

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