Rettet das Weltklima – es ist eine Minute vor zwölf!

Der Weltklimatag wird 2012 von großen Teilen der weltweiten Umweltbewegung am 1. Dezember als Widerstandstag begangen. Er findet zeitgleich zu den offiziellen Klimakonferenzen Anfang Dezember statt, deren Scheitern seit Jahrzehnten unübersehbar ist.

Unvergessen ist die große Konferenz in Kopenhagen im Dezember 2009, ein empörendes Schachern der Regierungschefs, bei dem nichts herauskam. Im Protest von fast 100 000 Umweltschützern wurde dort der Slogan „system change, not climate change“ populär als Ausdruck, dass dem herrschenden Kapital und seinen Regierungen nicht vertraut werden kann zur Rettung des Klimas.

Denn der Anstieg der Treibhausgasemissionen setzt sich weltweit ungebrochen fort. Im Jahr nach Kopenhagen wuchs der CO2-Ausstoß um dramatische 6 Prozent, aber auch 2011 um über 3 Prozent. Damit nimmt die Entwicklung einer globalen Klimakatastrophe immer mehr Gestalt an wie kürzlich mit dem „Monstersturm“ in der Karibik und an der US-Atlantikküste, der auf die Meereserwärmung zurückgeht.

Heute gibt es dreimal mehr klimabedingte Naturkatastrophen als noch vor 50 Jahren. Hauptursache ist die ansteigende Verbrennung fossiler Energieträger. Mit Plänen, die zig Mio Tonnen CO2-Ausstoß – angeblich zum Klimaschutz – ins Erdreich zu verpressen, wird ein neues unabsehbares Umweltrisiko vorbereitet. Dazu kommen Ursachen wie die Abholzung tropischer Regenwälder, wie Methan aus der Massenproduktion in der Agrarindustrie und weitere Faktoren. Das Polareis auf See ist auf die Hälfte der Bedeckung von 1980 geschrumpft, was eine gewaltige zusätzliche Wärmeaufnahme der Erde nach sich zieht.

Dennoch planen die Energiekonzerne den Bau von Dutzenden neuer Kohle- und Gaskraftwerke. Mit Fracking soll bisher unzugängliches Erdgas dafür aus Tiefgestein und Kohleflözen gesprengt werden mit einer untragbaren Verseuchung von Boden, Luft und Grundwasser. In NRW wurden diese Pläne vorerst gestoppt. Aber es gibt bereits Anträge auf Probebohrungen im Ruhrtal und anderen Teilen NRWs für diese menschen- und umweltfeindliche Technik, die in einigen Ländern bereits verboten ist. In Essen haben wir es mit einem besonderen „Fossil“ der Klimaerwärmung zu tun: Auch wenn RWE sich grün anzustreichen versucht, er ist mit seinen Braunkohlekraftwerken der größte Umweltverschmutzer-Konzern in Europa.

Das alles steht aus Profitgründen der notwendigen Umsteuerung auf 100 Prozent erneuerbarer Energie entgegen. Die ist technisch längst in vertretbarer Zeit möglich! Aufstehen gegen die drohende Klimakatastrophe ist unser Motto. Das ist eine große Herausforderung: Die Profitwirtschaft des kapitalistischen Wirt­schaftssystems bedroht weltweit den Erhalt der natürlichen Lebens­grundlagen der Menschheit. Deshalb setzen wir uns ein für eine länderübergreifende Widerstandsfront und neue For­men des organisierten Zusammenschlusses der kämpferischen Umweltbewegung.

Schluss mit Planung und Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke! Atomkraftwerke abschalten – weltweit! Für das generelle Verbot von Gas-fracking! Nein zur geplanten CO2-Verpressung!

Für die rasche Umsteuerung und Durchsetzung von 100 Prozent erneuerbare Energien!

Gemeinsame Kundgebung am Weltklimatag, 1. Dezember, Essen-City auf der Porschekanzel/Marktkirche, 11.30-13.00 Uhr. Infostände, Kurzreden und Diskussion am offenen Mikro – machen Sie mit!

Verabschiedet am 12.11. 2012 von BUND Essen, Essen steht AUF, MLPD Essen/Umweltgruppe und Bürgerbewegung für Kryorecycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz/NRW. ViSdP: Dietrich Keil, Bonifaciusstr. 257, 45309 Essen
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