Herr Stengleins Kampf gegen Straßenrückbenennungen

Weil Herr Stenglein mit der Entscheidung der Bezirksvertretung II zur Rückbenennung zweier Straßen nicht einverstanden war, schreibt er in seinem Kommentar vom Samstag, den 9.6.2012 in der Essener Lokalausgabe der WAZ:

Herr Stenglein in einem Kommentar am 9.6.2012 in der Essener Lokalausgabe der WAZ

„Es ist ein Systemfehler, dass einer Bezirksvertretung überhaupt so tiefe, willkürliche Eingriffe in die Lebenswelt der Bürger möglich sind, offenbar ohne dass der Rat die Chance zur Korrektur hat.“

Nach Herrn Stengleins Auffassung ist also die demokratisch gewählte und legitimierte Bezirkvertretung ein Sytemfehler, nur weil sie eine von ihm nicht getragene Entscheidung getroffen hat.

Bei soviel Verachtung von demokratischen Institutionen wundert es nicht, dass sich Herr Stenglein für die Benennung von Straßen nach ausgewiesenen Antidemokraten einsetzt, und Menschen, die sich dem Faschismus mit großem persönlichen Einsatz und Opferbereitschaft entgegengestellt haben als „Stalinisten“ denunziert, wenn sie auch nur mit Kommunisten verheiratet waren.

WAZ-Essen 9.6.2012

Siehe dazu:

  • Erinnerung: Als es nicht rechtsextrem war Faschist zu sein. Leserbrief von Olaf Swillus zu einem anderen Kommentar von Herrn Stenglein, der sich auf die Käthe Larsch Str. bezog
  • Käthe Larsch Str.: Ein Journalist sieht Rot auch bei Grün/

    Walter Wandtke und Reinhard Mielke, beide Mitglieder der Essener Grünen, und Initiatoren der Straßenbenennung nach Käthe Larsch,
    antworteten in einem Leserbrief auf Herrn Stengleins absurden Vorwurf mit Käthe Larsch den „Kommunismus“ oder „Stalinismus“ ehren zu wollen:

    Die Ehrung von Käthe Larsch, die bereits im Mai 1935 als Folteropfer durch die deutsche Gestapo ermordet wurde, hat sachlich mit Kommunismus wie Antikommunismus nichts zu tun.

    Deshalb ist es hier unwichtig, ob die Vorlagen damaliger Flugblätter gegen den NS-Terror, die im Keller ihrer Wohnung gedruckt wurden und von ihr mit verteilt wurden, von der verbotenen KPD oder der damals ebenso illegalen SPD stammten.

    Menschen in den Vordergrund zu stellen, die den Mut aufbrachten, gegen einen die Menschenrechte verachtenden, scheinbar übermächtigen Staat vorzugehen, ist auch Aufgabe öffentlicher städtischer Namensgebung. … Zum Weiterlesen: der ganze Leserbrief

Kolloquium „Käthe Larsch als Namenpatronin für eine Straße in Essen – Geschichte und Geschichtspolitik vor Ort“

Am Montag, den 11. Juni 2012, 18:15–19:45 Uhr findet in Essen an der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Geisteswissenschaften, Historisches Institut – Lehrgebiet Neuere und Neueste Geschichte, ( Professor Dr. Frank Becker ) in Raum R12 V05 D81 ein Kolloquium statt:

Kolloquium „Käthe Larsch als Namenpatronin für eine Straße in Essen – Geschichte und Geschichtspolitik vor Ort“


Abschliessendes zu Von Einem und von Seeckt

Zu den Personen Von Einem und von Seeckt gibt es auf den Webseiten der Essener Grünen (gruenerkv-essen.de…) einen hervorragenden historischen Abriss, der deutlich macht, warum es endlich Zeit wurde diese beiden braungefärbten Generäle aus dem Essener Straßenregister zu entfernen. Nach 75 Jahren wurde es höchste Zeit.

Ein weiterer Beitrag von Günter Hinken. Er wohnt in der Von-Einem-Str. und gehört zur Anwohnerinitiative „Irmgard und Ortrud“, die es ja auch gibt, Anwohner, die sich die Rückbenennung gewünscht haben:


Update 12.6.2012 07:34:
Ein Leserbrief, der in der WAZ-Essen am 11.6.2012 veröffentlicht wurde: Demokratische Abläufe nicht in Frage stellen !

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