1. Mai in Essen

Der Erste Mai des Deutschen Gewerkschaftsbundes erfährt dieses Jahr einige Veränderungen. In der Westen.de wurde darüber berichtet: Samba vor der Demo zum 1. Mai in Essen – Gewerkschaften bitten zum Tanz. Auch in der Essener Lokalausgabe der WAZ vom 27.7.2012 gab es einen Bericht über den neuen Ersten Mai des DGB in Essen. Dieser Bericht erzeugte zunächst einigen Argwohn und einige Mißverständnisse. Ausgangspunkt der Demo ist erstmals der Stadtteil Rüttenscheid. Das sei eine politische Entscheidung, wird Bruno Neuman, Bevollmächtigter der IG Metall und Vorsitzender des Essener Stadtverbandes des DGB zitiert: „Wir zeigen uns da, wo Menschen wohnen, die eher wenig mit uns zu tun haben“.

In einem ersten Kommentar von LinksDiagonal, der inzwischen zurückgezogen worden ist, wurde das ursprünglich kritisiert. Nun geben wir inzwischen selbstkritisch zu bedenken, dass man nicht alles im vorab miesmachen darf. Warten wir aber doch erst mal ab, wie es wird!
Es kommt sicher auch auf den Versuch an, neue Wege zu gehen um mit den wichtigen Botschaften der Gewerkschaft an die Öffentlichkeit zu treten.

CDA-Aufruf zerstreut die Befürchtung, der diesjährige 1.Mai könnte unpolitisch werden

Dass das Programm auf zwei Bühnen verteilt wird und die Maikundgebung durch ein „gezieltes Kinderprogramm zu einer Familienveranstaltung“ gemacht werden sollte, erzeugte bei einigen von uns einigen Argwohn, ob denn der erste neue Mai noch ein politischer Erster Mai der Gewerkschaften sei.

Mittlerweile sind wir aber wieder beruhigt. Der CDA-Aufruf zum Tag der Arbeit, und die Ankündigung, dass die CDA am 1.Mai mit einem Infostand bei der DGB-Kundgebung auf dem Burgplatz präsent sein wird, hat diese Befürchtungen wieder zerstreut.

Auch aus Herne gibt es gute Nachrichten:
(zitiert aus rf-news)

„Kurz vor dem 1. Mai teilte der DGB-Stadtvorstand in einem Telefonat mit, dass der Info-Stand der MLPD bei der Mai-Kundgebung stattfinden könne. Damit ist das zuvor schriftlich ausgesprochene Verbot vom Tisch.“

Eine Arbeitsgruppe aus allen DGB-Mitgliedsgewerkschaften hatte ein neues Konzept für die Maikundgebung in Essen erarbeitet. Der Bericht in WAZ-Essen darüber erzeugte zunächst einigen Argwohn und einige Mißverständnisse. Warten wir aber doch erst mal ab, wie es wird!

In Herne gab es auf der 1.Mai Kundgebung des letzten Jahres das unschöne Bild eines Polizeieinsatzes gegen einen MLPD-Infostand. Das wird sich also dieses Jahr nicht wiederholen. Auch in Essen deutete es sich im letzten Jahr an, dass die MLPD herausgedrängt werden sollte: 2011: MLPD auch ohne Genehmigung des DGB mit Infostand bei der 1. Mai Kundgebung in Essen.

Wir begrüssen daher die Entscheidung der DGB-Leitung in Herne sich von dem medial verbreiteten Antikommunismus nicht beeindrucken zu lassen. Dazu gibt es auch keinen Grund. Der erste Mai der Gewerkschaften ist ein wichtiger Ort der Begegnung zwischen verschiedenen Strömungen der Arbeiterbewegung von CDA bis zur MLPD. Und das soll auch so bleiben.

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