21.3.2012: Zur Normalisierung des Krieges

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Zum Anteil der Massenmedien an der „Normalisierung“ des Krieges Jürgen Link, Diskursanalytiker und Autor des Ruhrgebiets-Romans „Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee“, Assoverlag 2008.

In Umfragen spricht sich eine große Mehrheit der Bevölkerung gegen die Beteiligung der Bundeswehr an den Kriegen nach 1989/90 aus.

Gleichzeitig geben jedoch ca. 90% der WählerInnen den Parteien ihre Stimme, die deutsche Beteiligung an militärischer Gewalt an der Seite von NATO-Bündnisspartnern als Gebot der Humanität verteidigen. Wie kann man diesen anscheinenden Widerspruch verstehen?

Seit dem Ende des Kalten Krieges schreiben Militärs und Politiker Deutschland „nach innen und nach außen“ zum ganz ‚normalen‘ westlichen Staat um. Was aber heißt ‚normal‘? Krieg soll wieder ein unvermeidliches Mittel der Realpolitik sein. Alles andere wird mutmaßlich als Verrat an den Menschenrechten sowie als Gefährdung unserer Sicherheit verurteilt und ins Reich der Utopie verbannt.

Der Medienanalytiker Jürgen Link zeigt in seinem Vortrag, wie die bild- und sprachmächtigen Massenmedien dazu beitragen, dass die zerstörerischen Auswirkungen militärischer Interventionen für die Menschen und das menschliche Zusammenleben „unsichtbar“ werden.

Das Bewusstsein von der verfassungs- und völkerrechtlichen A-Normalität von Krieg wird durch Sprachregulierung, Bild- und Faktenauswahl unmerklich „zum Verschwinden gebracht“. Wie können wir dieser „Normalisierung des Krieges“ widerstehen?

Jürgen Link ist auch Autor eines Romans.

Referent: Prof. em. Dr. Jürgen Link
Mittwoch, 21. März, 19.00 Uhr
Volkshochschule, Burgplatz 1

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