Mi 2.2.2011: Fritz Bauer – Tod auf Raten

Ort: Die Flora
Florastraße 26
45879 Gelsenkirchen

Mi, 02.02.2011, 19:30 Uhr
„Fritz Bauer – Tod auf Raten“

Dokumentarfilm von Ilona Ziok, Deutschland 2010, 100 Min, FSK : ab 12 J.

Filmvorführung in der Flora aus Anlass des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar

Verfolger der Judenmörder und demokratischer Aufklärer

Der Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ von Ilona Ziok

Er verfolgte die Verdrängung: Der hessische Staatsanwalt Fritz Bauer, der Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse war, steht im Zentrum von Ilona Zioks spannendem Dokumentarfilm. Der Film wirft auch die Frage nach dem angeblichen Freitod Bauers neu auf.

Im Jahre 1960 übermittelte er dem israelischen Geheimdienst Mossad den entscheidenden Hinweis zum Aufenthaltsort Adolf Eichmanns – und behielt die Heldentat für sich. Sein Misstrauen in die Strukturen der deutschen Justiz hatte ihn davon abgehalten, selbst die Auslieferung zu beantragen.

„Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“ –Fritz Bauers Diktum ist heute so aktuell wie damals.

Plakat `Fritz Bauer - Tod auf Raten´ (Plakat: CV Films Berlin)

Der Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ wird auf Vorschlag der DKP und der VVN anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Gelsenkirchen gezeigt.

Zeit: 02.02.2011, 19.30
Ort: Kulturzentrum „die flora“, Florastraße 26

Wir hoffen sehr auf Interesse an diesem mutigen Juristen und unerschrockenem Demokraten und wünschen uns, dass durch rege Teilnahme an diesem Filmabend das Andenken an Fritz Bauer auch in Gelsenkirchen geehrt wird.


Fritz Bauer (1903-1968), wohl der profilierteste Staatsanwalt, den die Bundesrepublik je hatte, glaubte, dass „Unruhe die erste Bürgerpflicht“ sei und war davon überzeugt, dass der Bürger ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates habe. Als hessischer Generalstaatsanwalt (1956-1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. Eine wichtige Rolle spielte Bauer auch bei der Ergreifung Adolf Eichmanns. Während seiner Amtszeit in Frankfurt a. M. hat Bauer in Hessen als erstem Bundesland außerdem auch die Reform und Humanisierung des Strafvollzugs vorangetrieben. Durch sein vielfach provozierendes Auftreten und durch seine Härte gegenüber NS-Verbrechern wurde Bauer im restaurativen Klima der Adenauer-Ära zur „Provokation für den Zeitgeist“.

Mit Akribie hat die Regisseurin Ilona Ziok Archive durchforscht und wegweisende Statements des hessischen Generalstaatsanwalts ausgegraben. Kombiniert mit Aussagen von Zeitzeugen und ausgesuchten Werken klassischer und zeitgenössischer Komponisten entsteht das spannende Portrait eines der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts.

Ausführliche Informationen zum Film
unter www.fritz-bauer-film.de

Eintritt: 3,50 €, ermäßigt 3,00 €
Info: (0209) 169 – 9105
Veranstalter: Kulturraum „die flora“

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