I. Schlussfolgerungen aus der Systemkrise des Kapitalismus und der Niederlage des Sozialismus (29.01.2011, 11.00 Uhr)

Die kapitalistische Gesellschaft kann soziale Sicherheit, nachhaltiges Wirtschaften und eine friedliche Weltordnung nicht gewährleisten. Wenn wir eine andere Gesellschaft erreichen wollen, brauchen wir eine präzise Analyse der grundlegenden wie auch der aktuellen Widersprüche und Bruchstellen des Kapitalismus.

Kein Denken in die Zukunft ohne Erinnerung an die Vergangenheit. Wie eine alternative Gesellschaft in Zukunft aussehen kann, ist nicht zu beantworten,
wenn wir uns nicht der Frage stellen, ob und in welchem Maße die früheren sozialistischen Länder den Anspruch auf Sozialismus eingelöst haben.
Weder die Selbstbestätigung wohlfeiler, aber nicht mehr wirksamer Kritikmechanismen noch das unreflektierte Verwerfen bisheriger Projekte einer anderen Gesellschaft bringen uns weiter. Auf welche Lehren und auf welche Herausforderungen für eine alternative Gesellschaft können wir uns einigen?
Referenten: Dr. Ludwig Elm (Historiker, ehem. MdB und Volkskammerabgeordneter), Dr. Manuel Kellner (Pädagogischer Leiter Bildungsgemeinschaft SALZ e.V.), Dr. Herta Kuhrig (ehem. Akademie der Wissenschaften der DDR, Forschungsgruppe „Die Frau in der sozialistischen Gesellschaft“) Hans-Gerd Öfinger (Journalist, SALZ – Arbeitskreis Ökologie und Sozialismus)

II. Die Kräfte des Widerstands: Ihr Gesicht, ihr Potential, ihre Schwächen (29.01.2011, 15.00 Uhr)

In vielen einzelnen Bereichen – in Gewerkschaften, Initiativen, globalisierungs-kritischen Kampagnen – wehren sich Menschen in unserem Land gegen Neoliberalismus, Umweltzerstörung und Rechtsentwicklung. In anderen Ländern stehen die gleichen oder andere Themen im Mittelpunkt des Widerstands.

Wie vielfältig die Bewegungen auch sind: Gemeinsam ist ihnen gegenwärtig, dass ein von allen zu akzeptierender Gegenentwurf zur herrschenden Weltordnung und damit ein zentraler Bezugspunkt für die Zukunftsfähigkeit ihrer Forderungen fehlt. Allerdings gibt es – z.B. in Südamerika – spannende Debatten darüber, wie dieses Defizit beseitigt werden kann. Gibt es eine Summe der Forderungen und der Durchsetzungskraft aktueller Bewegungen, die mehr ist als ihre Teile, und aus der das Bild einer alternativen Gesellschaft und eine Bewegung dafür entstehen kann?

Referenten: Michael Gerber (ehem. Betriebsrat BenQ, DKP-Fraktion Bottrop), Joachim Gogoll (Volkswirt, ATTAC), Axel Köhler-Schnura (Coordination
gegen Bayer-Gefahren), Michael Ramminger (Institut für Theologie und Politik, Münster), Christiane Reymann (Europäische Linke)

III. Der Aufbau einer solidarischen Gesellschaft jenseits des Kapitalismus

(12.02.2011, 11.00 Uhr)
Auch im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaft bestehen erhebliche Potentiale für eine Wende zu einer sozialeren, ökologischeren und friedlicheren Gesellschaft. Allerdings bestehen offensichtlich auch Grenzen für diese Weiterentwicklung, wie die verschiedenen Formen der Entmachtung von Gegenentwürfen – durch Vereinnahmung, Bestechung oder gewaltsame Unterdrückung – zeigen. In den vergangenen 150 Jahren hat es verschiedenste Ansätze gegeben, Reformen des Kapitalismus mit einer über ihn hinausreichenden Perspektive zu verbinden. Dazu zählen z.B. Konzepte der Wirtschaftsdemokratie und des Genossenschaftswesens, aber auch die Rätebewegung, aus der die heutigen Betriebsräte in Deutschland hervorgegangen sind. Seit fast 100 Jahren spielen dabei auch internationale Organisationen eine Rolle, die Vereinten Nationen, internationale Sozialforen und international agierende NGOs.

Auf welchen – politischen – Wegen kann eine Gesellschaft erreicht werden, die den Kapitalismus nachhaltig überwindet?

Referenten: Dr. Detlef Bimboes (Diplombiologe, DIE LINKE), Dr. Hans-Peter Brenner (Autor „Marxistische Persönlichkeitstheorie“, Parteivorstand der DKP), Dr. Sabine Kebir (Feminismustheoretikerin), Bruno Kern (Initiative Ökosozialismus), Katharina Schwabedissen (Landessprecherin DIE LINKE.NRW)

IV. Sozialismus-Konzeptionen und Sozialismus-Herausforderungen (12.02.2011, 15.00 Uhr)

Die sozialistischen und kommunistischen Parteien in Deutschland definieren sich selbst dadurch, dass sie eine sozialistische Gesellschaft anstreben. Das unterscheidet sie grundlegend von anderen Parteien.

Die Tatsache, dass die Agenda der sozialistischen Bewegung in diesem Land bereits tiefe Spuren hinterlassen hat und dabei verallgemeinert und auch verwässert wurde, wirkt dabei zum Teil auf diese Programme zurück. „Solidarität“ oder „Frieden“ sind Begriffe, bei denen nicht mehr um Akzeptanz, sondern um den Inhalt gestritten werden muss. Wenn diese Parteien Impulsgeber der Bewegungen für eine alternative Gesellschaft sein wollen, müssen sie auch begriffsscharfe, wirksame Programme bieten.

Die Tatsache, dass die Akteure der sozialistischen und kommunistischen Parteien den Gedankenaustausch über eine alternative Gesellschaft oft in ihren eigenen Kreisen und – gewollt oder ungewollt – zu wenig mit Menschen anderer Auffassungen pflegen, ist offensichtlich aber auch ein Grund dafür, dass eine verständliche Darlegung der Grundlagen und Möglichkeiten einer sozialistischen Gesellschaft meistens unterbleibt. Dies ist nicht nur ein Problem der Formulierungen, sondern gründet darin, dass die Linken über die Perspektive einer sozialistischen Gesellschaft für das 21. Jahrhundert inhaltlich unsicher sind.
Welche Eckpunkte einer sozialistischen Gesellschaft können wir heute als Grundbestand formulieren?

Referenten: Dr. Bernd Drücke (Redaktion Graswurzelrevolution), Inge Höger (MdB Die Linke, Schirmfrau Bildungsgemeinschaft SALZ e.V.), Bettina Jürgensen (Bundesvorsitzende der DKP), Arnold Schölzel (Chefredakteur Tageszeitung jungeWelt), Dr. Robert Steigerwald (Philosoph, Vorsitzender Marx-Engels-Stiftung, Wissenschaftlicher Beirat SALZ e.V.), Kathrin Vogler (MdB DIE LINKE)

KONFERENZ
SOZIALISMUS
EINE ANDERE WELT IST NÖTIG –
UND MÖGLICH?
www.SozialismusKonferenzMünster.de
ViSdP: Marx-Engels-Gesellschaft, B. Wiebel, Frauenstr. 24, 48143 Münster

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