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Pressemitteilung der Essener Linksfraktion ( www.linksfraktion-essen.de/… )

( Bilder vom Overhammshof werden bald hier veröffentlicht werden …  )

Presse17. November 2010

Overhammshof nicht als Lager wiederbeleben

Auch Sachleistungen für Flüchtlinge unwürdig und fiskalischer Unfug. Die Ratsfraktion DIE LINKE drängt auf eine menschenwürdige Unterbringung der verstärkt ankommenden Flüchtlinge vom Balkan. Auch wenn die Zeit drängt, muss dieser Grundsatz aus Sicht der Ratsfraktion unbedingt eingehalten werden, ebenso das vom Rat seit Jahren verfolgte Ziel einer dezentralen Unterbringung. Aus diesen Gründen lehnt sie insbesondere die Wiedereröffnung einer lagerartigen Massenunterkunft auf dem Overhammshof ab.

„Es kann nicht angehen, dass die Verwaltung aus dem Nichts heraus die seit Jahren angewandten Ziele der Unterbringung von Flüchtlingen über den Haufen wirft“, so kommentiert Gabriele Giesecke, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion und Mitglied des Sozialausschusses, eine erst gestern vorgelegte Vorlage der Verwaltung für die Ratssitzung am 24.11. 2010. „Das wäre der Fall, wenn der Overhammshof in Essen-Heidhausen wiederbelebt würde. Der Overhammshof ist ein Reizwort für alle in der Flüchtlingsbetreuung in Essen Aktiven. Ich hoffe, die Überlegungen der Verwaltung sind nicht in erster Linie von Abschreckung geprägt. Sachlich zu rechtfertigen ist der Overhammshof nicht.“

Der Overhammshof, das ehemalige Kutel-Gelände, war jahrelang umstritten. Auf dem Gelände waren in den 90er Jahren bis zu 300 Flüchtlinge fernab jeder weiteren Bebauung und Infrastruktur in Blech-Containern untergebracht. Seine Nutzung wurde im Rahmen der Dezentralisierung der Flüchtslingsunterbringung aufgegeben.

Die Ratsfraktion DIE LINKE ist dafür, Flüchtlinge in erster Linie weiter dezentral unterzubringen. Sie begrüßt das Angebot des Allbau, hierfür kurzfristig weitere Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Sofern wegen der gestiegenen Flüchtlingszahlen übergangsweise Gruppenunterkünfte unvermeidbar sind, hält sie die Wiederbelebung anderer Standorte durchaus für möglich. An der Auswahl – zunächst nutzen will die Verwaltung die ehemaligen Unterkünfte Auf’m Bögel und Sartoriusstrasse – sollten nach Ansicht der Fraktion DIE LINKE im Rat Pro Asyl und andere Initiativen zur Flüchtlingsbetreuung beteiligt werden.

„Wir halten es auch für nicht tragbar, dass die Verwaltung fast schon überfallmäßig den Vorschlag gebilligt haben will, statt Geld für Flüchtlinge Sachleistungen auszugeben“, so Gabriele Giesecke weiter. „Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass solche Sachleistungen nicht nur unwürdig sind, sondern auch fiskalischer Unsinn. Unter dem Strich wird es teurer.“

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Veröffentlichung

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