Am 12.11.2010 war im Jugendzentrum Papestr. eine Film- und
Informationsveranstaltung zu einem verschobenen und verschleppten Revisionsprozess. Oury Jalloh war 2005 in Polizeigewahrsam in der Zelle unter sehr mysteriösen Umständen verbrannt. Es geht um Rassismus und die Weigerung Hinweisen nachzugehen, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten.
Aber am 12. Januar 2011 wird der Fall wieder neu aufgerollt werden. Das ist nur möglich gewesen wegen der Beharrlichkeit einer Initiative, die immer wieder darüber informierte. Am 12.11.2010 eben auch in Essen.

Veranstalter war
Interkulturelles Solidaritätszentrum e.V./ Anti-Rassismus-Telefon Essen
45127 Essen, Maxstraße 11,
Tel. + Fax: 0201-232060
E-Mail: artessen <at> gmx.de
www.antirassismus-telefon.de

Vor der Filmvorführung... Einleitung, kurze Vorstellung Nach der Filmvorführung... Über Oury Jalloh

Am 7. Januar 2005 ist Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau bei lebendigem Leib verbrannt. Bis heute weiß die Öffentlichkeit nicht, was an diesem Tag in Zelle Nr. 5 tatsächlich geschehen ist. Während Verwandte, FreundInnen und die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh von Mord sprechen, wurde im ersten Prozess gegen zwei Polizisten lediglich Anklage wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ bzw. „fahrlässiger Tötung“ erhoben. Der Prozess endete mit einem Freispruch. Das Lügengestrüpp der ZeugInnen war einfach zu dicht, zumindest für einen Richter, der weder willens noch in der Lage war, das Verfahren mit aller Entschiedenheit durchzuführen – was auch in seinen abschließenden Worten bei der Urteilsverkündung deutlich wurde: „All diese Beamten, die uns hier belogen haben, sind einzelne Beamte, die als Polizisten in diesem Land nichts zu suchen haben. (…) Ich habe keinen Bock, zu diesem Scheiß noch irgendwas zu sagen.“

Am 7. Januar kassierte der Bundesgerichtshof in einer spektakulären Entscheidung das Urteil des Dessauer Landgerichts. Der Fall wird nun vorm Landgericht Magdeburg neu aufgerollt – voraussichtlich ab dem 12. Januar
2011. Erneut wird die von der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft vertretene Behauptung auf dem Prüfstand stehen, wonach Oury Jalloh die feuerfeste Matratze selbst angezündet haben soll – und das, obwohl er an Händen und Füßen fixiert war. Oder es wird zu klären sein, weshalb der diensthabende Polizeibeamte mehrfach den Rauchmelder aus dem Zellentrakt ausgeschaltet hat. Hinzu kommen neue Widersprüche und Indizien, die erst jüngst bekannt geworden sind. In der Veranstaltung werden Mitglieder der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh nicht nur vom bevorstehenden Prozess berichten. Es soll auch um den ersten Prozess gehen, hierfür wird eine aktuelle Version des mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilms „Tod in der Zelle“ gezeigt werden.

Ferner wird über rassistische und staatliche Polizeigewalt im Allgemeinen und ihre Ursachen und den Kampf der der Flüchtlinge und MigrantInnen dagegen gesprochen.

Weitere Infos unter:  http://initiativeouryjalloh.wordpress.com

Weitere Infos zu den bisherigen Aktivitäten gegen rassitische Polizeigewalt unter:

http://thecaravan.org

http://thevoiceforum.org

http://togoactionplus.wordpress.com/2010/08/17/initiative-in-gedenken-an-oury-jalloh-infotour-2/

Update 4.1.2011:

http://www.wdr5.de/sendungen/dok-5/s/d/02.01.2011-11.05.html

antirassismus-telefon.de: OuryJalloh

Verbrannt in Polizeizelle Nr. 5: Der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau
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